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04:05 Freitag 25. Juli 2008

Rhizarthrose oder auch Daumensattelgelenksarthrose

Ein häufiges Problem mit differenzieten Therapieansätzen

Der Gelenkverschleiß (Arthrose) des Daumensattelgelenkes ist einer der häufigsten Schmerzursachen an der Hand. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Bei 30 bis 50% aller Frauen nach den Wechseljahren, aufgrund von hormoneller Umstellung des Körpers, kann eine Daumensattelgelenkarthrose in unterschiedlichem Ausprägungsgrad festgestellt werden. Etwa 1/3 dieser Patienten haben Schmerzen am Gelenk vom Daumen zur Handwurzel.
Inbesonder beim Golfspieler ist durch unterschiedliche Grifftechniken eine Häufung dieses Krankheitsbildes zu verzeichnen.

Symptome:
Ruhe- oder Bewegungsschmerz an der Daumenbasis
Schwellung oder Verformung des Daumens
Schmerzen beim Zugreifen oder bei Belastung der Hand (z.B. Putzlappen auswringen, Gläser oder Flaschen öffnen, Schlüssel drehen)
Bewegungseinschränkungen

Die Diagnose lässt sich durch eine einfache klinische Untersuchung, durch Stresstests und Durchbewegen des Gelenkes mit Knirschgeräuschen sowie der Durchführung einer Röntgenaufnahme sicher stellen. In Abhängigkeit des Krankheitsverlaufes kann die notwendige Behandlung eingeleitet werden.

Behandlung ohne Operation:
Ruhigstellung in Daumenschiene
Medikamentöse Behandlung bei akuter Schmerzsymptomatik (Antirheumatika), Voltaren, Ibuprofen o.ä.
Kortisoninfiltration
Ultraschallbehandlung
Injektionen mit Hyaloronsäure
Röntgentiefbestrahlung
Radiosynovektomie

Diese Behandlungsverfahren zeigen gute Erfolge in den Anfangsstadien der Gelenkarthose. Bei Zunahme der Arthrose kann es jedoch zu Verschlechterung führen welches eine Operation unumgänglich machen kann.

Behandlung mit Operation:
Resektionsarthroplastik (Gelenkersatz mit eigenem Gewebe)
Endoprothesen (künstlicher Gelenkersatz)
Arthodese (Gelenkversteifung)

Bei nahezu allen Fällen lässt sich mit einer Resektionsathroplastik ein sehr gutes Ergebnis erzielen. Grundsätzlich sollte jedoch in die verbleibende Knochenhöhle ein Platzhalter eingebracht werden um später eine Verkürzung des Daumens und Funktonsverlust zu vermeiden. Dies kann in Form einer eingerollten Sehne oder eines Silikonplatzhalters erfolgen.

Endoprothesen:
Hier stehen von Titanprothesen mit / ohne Gelenkpartner bis zu Porzelanprothesen verschiedenste Modelle zur Auswahl. Alle Modelle sollten bei anatomisch richtiger Implantation eine weitgehend normale Funktion des Daumens erlauben. Allen gemein ist jedoch auch die mgl. Prothesenlockerung mit später notwendigem Wechsel. Bei den Porzelanprothes ist bei Sturz zusätzlich noch die Bruchgefahr zu berücksichtigen.
Auch Prothesen aus Silikon sind insbesondere bei älteren Patienten eine gute Option. Dieser Prothesentyp bringt schnell Schmerzfreiheit und gute Funktion.
Oft muß jedoch nach 8-10 Jahren ein Austausch duch Materialverschleiß/ Bruch vorgenommen werden.
Hauptrisiko nach Prothesenimplantation ist die Lockerung und Luxation (Auskugelung) durch verschiedenste Ursachen. Dieses Risiko besteht bei Platzhalteroperationen nicht.
Untersuchungen haben gezeigt, dass über 85% der Patienten nach  solchen Operationen schmerzfrei sind. Die restlichen Patienten haben eine deutliche Schmerzreduktion, wobei eine Schmerzlinderung zwischen 60 bis 90% festzustellen ist.
Die Beweglichkeit des Daumens ist gut und zeigt eine gute Stabilität beim kraftvollen Einsatz der Hand.

Wie läuft eine operative Behandlung ab?
Nach einer Erstuntersuchung erfolgt die Vorbereitung zur Operation ambulant, im Rahmen der vorstationären Untersuchung (Aufklärungsgespräch dem Operateur und Narkosearzt). Der Patient kommt für 1-3 tägige stationäre Behandlung am Operationstag nüchtern zur Aufnahme. Die Operation wird in der Regel in Plexusanaesthesie (Narkose des Armes) durchgeführt, sie kann jedoch auch in Vollnarkose durchgeführt werden.
Die postoperative Nachbehandlung ist je nach Operationstechnik unterschiedlich und reicht von einer Gipsschienenruhigstellung für 3-6 Wochen bis zu einer Ruhigstellung in einer Handgelenksorthese mit Daumeneinschluß.
Abschließend kann eine krankengymnastische Behandlung zum Bewegungsaufbau des Daumens notwendig werden. Viele Patienten schaffen es jedoch rasch selbst durch die eigenständige Handbewegung im Alltag.

Dr. W. Schmitt
Facharzt für Orthopädie,
orthopädische Chirurgie
Avda. Duque de Ahumada, 7-2 a/b
Marbella

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