Sie war eine besondere Frau aus einer der bedeutendsten Magnatenfamilien Spaniens: Doña Luisa Isabel Álvarez de Toledo y Maura, Duquesa de Medina Sidonia. Die Liste ihrer Titel ist lang, doch das hat die „rote Herzogin“ wenig beeindruckt. Sie hat ihr Leben lang kein Blatt vor den Mund genommen, immer gesagt, was sie dachte und getan, was ihr richtig erschien. Kämpferisch, offen, ehrlich, oft auch unbequem, so kannte und schätze man sie europaweit. Den letzten Kampf um ihre Gesundheit hat sie allerdings viel zu früh verloren. Sie hatte noch jede Menge Pläne, auch weitere Auszeichnungen waren vorgesehen. Am 7. März ist sie nach 3-wöchiger Krankheit einer Lungenentzündung erlegen. Bis zum letzten Moment hat sie mit klarem Verstand ihre Angelegenheiten geregelt. Sie war die Hüterin eines ganz besonderen Schatzes: Europas größtes und wichtigstes Archiv schlummert in ihrem Palast in Sanlúcar. Damit dieses Erbe stets allen zugänglich sein kann, hat sie das Archiv, den Palast und ihr gesamtes Vermögen in die Stiftung „Fundación Casa Medina Sidonia“ eingebracht. Das Archiv wird damit weiterhin immer den Wissenschaftlern und interessierten Historikern zur Verfügung stehen. Das war ihr ein besonderes Anliegen. Auch Hospedería und Cafetería laufen fast unverändert weiter. Was fehlen wird ist ihr wachsamer Geist, ihr freundliches Lächeln, ihre liebevolle Art, sich unter ihre Gäste zu mischen.
Sie fand in der Kirche de la O, direkt neben ihrem Palast ihre letzte Ruhe. Das Interview für „das aktuelle spanienmagazin“ war eines ihrer letzten. Ich bin dankbar, dass ich diese wunderbare Frau noch kennen lernen durfte.
In aufrichtiger Anteilnahme
Beatrice Hohler und das Team von „das aktuelle spanienmagazin“