Dass in unserer Brust das Herz schlägt, darauf verlassen wir uns in jedem Moment des Alltags. Aber wir spüren es in der Regel nicht, es ist der stille Dauerbegleiter unseres Lebens. Wenn aber plötzlich dieser zuverlässige Taktgeber aus der Reihe schlägt, dann spüren wir dessen Rhythmus, das Pochen, das Rasen, das Stolpern und das Springen. Wir versuchen tief durchzuatmen, wieder zur Ruhe zu kommen, aber wir können nicht verbergen, dass wir Angst haben. Eins ist uns schon mal klar, es kann nichts Gutes heißen, wenn die faustgroße Pumpe in unserer Brust aus dem Takt gerät.
Die gute Nachricht ist, Herzrhythmusstörungen betreffen viele unter uns und in den meisten Fällen sind die Ursachen harmlos. Also, kein Grund zur Panik, dennoch ein Grund zur gewissenhaften Vorsorge, denn es gilt, „harmlos“ ist es tatsächlich nur, wenn alles Böse erst einmal ausgeschlossen wurde.
Zunächst muss eine korrekte Diagnose der Herzrhythmusstörung gestellt werden. Dies geschieht mittels eines Langzeit-EKG’s, eine 24 Stunden Aufzeichnung unseres Herzens, des EKG’s. Die Auswertung sollte in einem solchen Fall unbedingt von einem Fachspezialisten vorgenommen werden, denn seltene, außergewöhnliche Störungen des elektrischen Leitungssystems des Herzens werden oft nicht erkannt.
Wenn erst einmal die Diagnose steht, so gilt es, nach möglichen Ursachen zu fahnden. Denn nur wer die Ursache kennt, kann diese auch bekämpfen. Es können sich Schilddrüsenerkrankungen, Bluterkrankungen, Stress und Panikattacken hinter einem fehlerhaft schlagenden Herzen verstecken. Manchmal handelt es sich aber auch um akute Entzündungen des Herzmuskels oder bösartige Herzrhythmusstörungen, die zum Beispiel als Folge älterer oder frischer Herzinfarkte entstehen können. Manchmal sind es angeborene, falsche elektrische Leitungsbahnen, die unter bestimmten Umständen zur Arrhythmie führen, und in seltenen Fällen sogar zum plötzlichen Herztod führen können. Davon haben wir in den letzten Monaten häufiger in den Medien gehört, ob jung oder alt, sogar die Sportler unter uns soll es getroffen haben.
Ein Beispiel für eine häufige Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Der Taktgeber im sogenannten Sinusknoten fällt aus, das Herz schlägt unregelmäßig und manchmal sehr schnell oder sogar sehr langsam. Eine behandelbare Ursache ist die Überfunktion der Schilddrüse, aber auch Patienten, die an Herzschwäche leiden, sind gefährdet. Wird dieser Zustand sofort erkannt, so kann die elektrische Reizleitung durch einen gezielten Elektroschock gegebenenfalls in den normalen Zustand zurückversetzt werden, sonst gilt es, mögliche Folgerisiken, wie Schlaganfälle, durch eine Blutverdünnung vorzubeugen. Natürlich müssen ein zu schneller oder zu langsamer Puls medikamentös therapiert werden. In manchen Fällen wird sogar die Implantation eines Herzschrittmachers notwendig. Dies ist ein kleines Gerät, welches unter die Haut eingesetzt wird und von außen den Takt angibt. In regelmäßigen zeitlichen Abständen muss der Schrittmacher durch Spezialgeräte „abgefragt“ werden, um sicherzustellen, dass die Funktion intakt ist.
Entscheidend ist also neben der Diagnostik die Festlegung der weiterführenden Therapie, ob in speziellen Zentren eventuell invasiv, direkt am Herzen, ein besonderer Eingriff das Problem für immer eliminiert, oder ob medikamentös das Herz zurück in einen gesunden Takt versetzt wird. Wichtig ist, dass die individuell richtige Therapie durch einen Fachspezialisten bestimmt wird.
Zum Glück aber können wir uns im Regelfall auf unseren natürlichen Taktgeber verlasen, wie das Metronom am Klavier: Tick-Tack, Tick-Tack!
DR. REISBECK-MEDICAL
Dr. Manuela Reisbeck und Dr. Bernd Reisbeck
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