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Doris Papperitz |
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„Hit it – find it – hit it“, diese völlig einleuchtende und simple Erklärung für den Grund seines Erfolges stammt von Spaniens ehemaligem Meistergolfer Severiano Ballesteros, der sich nach seinem Abschied vom aktiven Golf darauf verlegt hat, Golfplätze zu entwerfen. Der erste war der 36-Loch-Platz in der Ferienanlage von Novo Sancti Petri.Wir spielen Kurs A und der Name „Mar-Pinos“ beschreibt kurz und trefflich das Naturell des Parcours: die erste Hälfte führt Richtung Atlantik und ist weit und recht offen, die zweite liegt inmitten von dichten Pinienwäldern, ist dementsprechend eng und verlangt präzises Spiel.
Ein Platz für Könner und Kenner aber auch für Normalsterbliche wurde uns angekündigt und entsprechend besetzt ist unser Flight: Brian Tierney, Golfpro mit Handicap 0 (in Worten: Null), der Golfreisen und -events organisiert (www.five-star-golf.de) und den Platz wie seine Westentasche kennt, Winnie Döhler aus Berlin, Hcp 8, sowie Wolfgang, meine bessere Hälfte, Hc 25.
Frohgemut sitzen wir in unseren Elektrobuggies, mit denen wir die Spielbahnen befahren dürfen und bestaunen den breiten Fairway von Loch 1, ein Par 4, dessen Index 2 uns sagt, ganz so einfach ist es hier wohl nicht. Ein weiteres Zitat „Seves“ sei hier noch erwähnt: “ Ich wünschte, die Fairways wären schmäler angelegt. Dann müssten alle aus dem Rough spielen, nur ich nicht.“
Übermäßig schmal ist es hier nicht, aber unser Pro schafft es doch, mit einem langen Drive das linksseitige Rough zu treffen und von da straight in den nächstliegenden Bunker zu spielen.
Merklich aufgebaut und weniger nervös angesichts des professionellen „Fehlschlags“ treffen wir drei anderen mitten aufs Grün wobei Winnie sich unvermutet entschließt, seinen überaus kurzen zweiten Schlag zur „Annäherung“ zu deklarieren, um dann mit einem langen dritten Hit exakt das Grün zu treffen, hinter dem uns schon von weitem eine Wasserfontäne einen nicht sichtbaren See ankündigt und uns vorsichtig agieren lässt, wollen wir doch nicht schon zu Beginn „baden gehen“. Winnie schließt mit einem Bogie ab, Wolfgang und ich mit einer sechs und unser Pro Brian hat mit einer 7 mit Golfzitronen gehandelt.
Gleich das nächste Loch ist ein Par 5, 468 m lang (von weiß), Hc 12. Der Abschlag liegt vor einem idyllischen See, hinter dem Pinien eine perfekte Zielscheibe bilden. Vor dem Kurzgeschorenen breitet sich ein langgezogener weiterer See aus. Winnie und ich müssen feststellen (hinterher ist man bekanntlich immer schlauer), ein Schläger mehr wäre besser gewesen, denn der zunehmende Atlantikwind hat unsere Kugeln, die wir schon sicher auf dem Grün wähnten, offenbar zurück ins Nasse getrieben, wenn auch Winnie ein zufrieden vor sich hinwatschelndes Entenpärchen heftig des unlauteren Eingriffs ins Spiel verdächtigt.
Der Kurs führt uns weiter Richtung Atlantik, der dann an Loch 5 (Par 4, 358 m Index 4) strahlend azurblau erstmals zu sehen ist. An diesem Loch, Dogleg nach rechts, sollte man sich zunächst links orientieren, denn rechts – kaum zu sehen – hinter einem Bunker lauert Süßwasser, das auch hinter dem Grün gern getoppte Annäherungen aufnimmt.
Das Schönste der 18 Löcher ist sicherlich Nummer 6. Idyllisch neben dem Abschlag gelegen, ein Gewässer, umstanden von blühendem Pampasgras, dahinter der Ozean, an dessen Gestade wir nun entlang spielen. Eine steife Brise macht uns nun an diesem Par 4 (324m) heftig zu schaffen. Das Grün liegt erhöht, rechts davon ein supertiefer Bunker, den ich mit geradezu tödlicher Sicherheit ohne Umwege anspiele und aus dem ich mich erst mit dem 3. Schlag befreien kann. Einziger Trost für mich: auch Brian, unser Pro, erreicht das Klassenziel nicht. Winnie spielt, völlig unbeeindruckt von Wind und Meer, ein sauberes Par und Wolfgang ist mit einem von außen eingechipten Bogie sehr zufrieden.
Der Weg zum anschließenden Par 3 führt uns über einen ursprünglich belassenen Dünenweg an den Abschlag. Der Kurs wendet sich nun vom Meer wieder ab. Zwischen uns und dem Grün funkelt verführerisch ein See, an dessen Ufer golferfahrene Enten ein aufgeregtes Geschnatter beginnen. Das Grün sollte möglichst exakt getroffen werden, denn seitlich davon verheißt dichtes Buschwerk einiges an Trouble. Der Wind wird immer stärker und begegnet uns merkwürdigerweise ständig von vorn. Hohe Bälle bleiben plötzlich, wie von Geisterhand gefangen, in der Atmosphäre stehen, um dann wie reife Pflaumen herunterzufallen. Wir hoffen auf die zweite Hälfte, vielleicht halten die dichten Pinienwälder die Naturkräfte etwas in Zaum.
An Loch 10 (Par 4, 405 m, Index 3) müssen wir erkennen, dass diese Hoffnung trügerisch war. Der Fairway, lang und gerade, eng von Pinienwald umsäumt, bestraft jegliche Streuung. Dies im Hinterkopf, gelingt es dem gesamten Flight schnurstracks zwischen die Bäume zu spielen. Zu allem Unglück bremst auch noch ein schöner großer Bunker den Zugang zum Kurzgeschorenen. „Seve“ hat sich hier so richtig ausgetobt. Winnie, mit nie verlöschender Zigarre und Spielfreude, ist heute in Topform und angesichts der stürmischen Umstände mit einem Bogie hochzufrieden. Brian findet langsam ins Spiel und spielt einen Doppelbogie, Wolfgang und Doris verputten.
Wind und Wald sind nun unsere ständigen Begleiter bis zur 16. Spielbahn (416 m, Index 5). Ein schönes, langes und breites Par 4 mit diversen solitär stehenden Pinien. Letztere müssen der Grund dafür sein, dass wir uns alle trotzdem im Wald oder den diversen Bunkern vertändeln und der komplette Flight ohne Punkte von dannen trottet.
Das vom Index her schwerste Loch ist die 17. Dieses Par 4 ist 421 m lang, ein Dogleg nach rechts. Die Spielbahn ist recht breit, doch auch hier ist der an beiden Seiten grünende Pinienwald nicht zu unterschätzen. Der Magnet beim 2. Schlag ist eine wunderschön gewachsene hohe Pinie mitten auf dem Fairway. Um das Grün herum bilden Bunker und Bäume eine fast unüberwindbare Verteidigungskette.
Brian und ich machen es Winnie nach und putten einhändig. Geht ganz hervorragend. Man muss nur die nicht puttende Hand fixieren, entweder in der Hosentasche oder auf dem Rücken.
Den Abschluss bildet ein Par 3 (206 m). Bäume rechts und links, das Grün äußerst streng von Bunkern bewacht. Nicht leicht, aber als Abschluss irgendwie doch ein wenig unbefriedigend.
Nichtsdestotrotz: wir haben einen sehr interessanten und abwechslungsreichen Kurs gespielt, der einiges an Herausforderung stellt, besonders im 2. Teil, der aber auch Anfängern (deren spezielle Tees sind weit nach vorne gezogen) viel Freude machen wird. Mit Wind muss man wohl immer rechnen.
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Club de Golf Novo Sancti Petri
11130 Chiclana/Cádiz
Tel.: 956 49 40 05 / Fax: 956 49 43 50
www.golf-novosancti.es
Greenfees:
18 Loch 59,- € - Buggy = 35,- €
Par 72
6476 m 6097 m 5206 m
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