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08:03 Sonntag 6. Juli 2008

Jubiläum für König Juan Carlos

Erinnern Sie sich noch? Am 22. November 1975 hatte Juan Carlos de Bourbón y Bourbón den Thron von Spanien bestiegen. Er trat damit das schwere Erbe des bis dahin regierenden Diktators Francisco Franco an. Das Land war noch immer von den Folgen des Bürgerkrieges zerrissen, die Einigung eine fast unlösbare Aufgabe. Argwöhnisch beobachteten die Franco-Anhänger das Treiben des jungen Regenten. Dass Juan Carlos es schaffte, die tief verfeindeten Lager von Franco-Freunden und –Feinden zu versöhnen, ist seinem diplomatischen Geschick und seiner moralischen Autorität zu verdanken.

Mit diesem Bekenntnis hat der Monarch von Spanien die Herzen seiner Untertanen erobert. Bis heute ist Juan Carlos mit seiner Königsfamilie die wohl angesehenste Institution des Landes. Ohne Skandale und mit viel sozialem Engagement. „Der König ist ein anständiger Mensch, er ist sehr bescheiden und verhält sich ganz normal“ – so der Eindruck von Spaniens Tennis-Star Rafael Nadal. So normal, dass die 44 Millionen Untertanen seine Hoheit sogar duzen dürfen, ohne gleich wegen Majestätsbeleidigung belangt zu werden. Auch hat Spaniens kumpelhafter König oft einen Witz auf den Lippen, wenn er in der Öffentlichkeit auftaucht. Ein König zum Anfassen.

So ist es nicht verwunderlich, dass Ausländer immer wieder überrascht sind über die Beliebtheit und den Respekt, den das spanische Königshaus bei seinem Volk und den Medien genießt. Vor allem die Engländer wundern sich über die positive Berichterstattung im Zusammenhang mit dem Königshaus. Nicht einmal die Klatschpresse lästert über König Juan Carlos Schwäche für Motorräder, Frauen und Alkohol.

Doch Juan Carlos ist ein politischer König, der hart arbeitet. Regelmäßig führt er intensive Gespräche mit der Regierung und wichtigen Vertretern der Parteien, aus Wirtschaft, Wissenschaft und der Kirche sowie mit Bankern. Auch mit Kronprinz Felipe werden regelmäßig Arbeitsgespräche abgehalten. Er empfängt alle ausländischen Staatschefs und wichtigen Persönlichkeiten, die Spanien besuchen.
Spanien beging den 30. Jahrestag der Krönung ohne offizielle Feierlichkeiten. Juan Carlos und Königin Sofía waren zu Besuch auf den Kanarischen Inseln. Er empfinde keine Nostalgie nach der Anfangszeit seiner Herrschaft, sagte der König. Er wolle auch weiterhin für das Volk arbeiten, solange der Körper mitspiele. „Das Beste in den vergangenen 30 Jahren waren die Spanier.“
Dem ist nichts hinzu zu fügen.

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