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Doris Papperit |
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Wie ein grüner, sanft gewellter Teppich, hineingeworfen in Salzmarschen des Atlantiks, liegt er vor uns: der Golfplatz der hübschen kleinen Stadt El Puerto de Santa Maria an der Costa de la Luz. Der bekannte Golf-Profi Manuel Piñero hat diesen 6300 Meter langen Kurs großzügig in die Gegebenheiten der Landschaft eingepasst und dabei an Spieler jeder Stufe und jeden Alters gedacht.Etwas gewöhnungsbedürftig ist die leicht zu übersehende, etwas einfach gehaltene Zufahrt am Stadtrand von El Puerto de Sta Maria (Ctra. De Sanlucar, km 1) und das ebenso unspektakuläre Clubhaus, in dem man allerdings recht gut essen kann.
Diese für Andalusien eher untypische Bescheidenheit macht der Platz dann allerdings mehr als wett. Sieht man einmal von der etwas unorthodoxen Anordnung der ersten Löcher ab, die zunächst lange Zwischenwege nötig macht, lässt der Kurs kaum Wünsche offen.
Angeführt wird unser Flight von Winnie Döhler (Hcp 8) aus Berlin, der mit seiner Ehefrau Karin (Hcp 28) angereist ist, dazu kommen meine bessere Hälfte Wolfgang (Hcp 25) und ich, die Schreiberin dieser Zeilen.
Breit und einladend liegt der Fairway des 1. Loches (Par 4, 403 m – von weiß- Hcp 6) vor uns. Ein Paradies für Streuer. Eher verschämt an den Seiten angebracht, ein paar moderate Bunker. Die Spielbahn äußerst kurz geschoren, Roughs kaum vorhanden.
Zu schaffen macht uns nur der Wind, der über die weite fast baumlose Landschaft hinwegfegt und unsere Driver wie Fähnchen schwanken lässt.
Spannend wird es schon gleich an Loch 2, par 4, nur 348 m lang, aber mit Dogleg nach links und überraschend mit einem Inselgrün bestückt. Wasser begleitet uns dann auf der gesamten ersten Hälfte des Kurses und vermittelt uns den Eindruck, in klein Venedig zu spielen.
Das 1. Par 5 mit Index 2 ist Nummer 4. Etwa 370 m vom Abschlag entfernt durchzieht ein Bachlauf den breiten Fairway, die beiden zurückhaltenden Bunker zu beiden Seiten haben vermutlich noch nie einen Ball gesehen, der Bach allerdings nimmt mit Freuden Karins zweiten Schlag unter seine Fittiche. Das Grün, wie alle anderen gut gepflegt, wenn auch langsam, wird von zwei quarzsandigen Bunkern rechts und links bewacht. Wir alle bleiben in den Punkten, warten aber auf das erste Par.
Das macht Winnie dann am nächsten Loch, einem Par 4, 408 m lang, das vor dem Abschlag vom eben erwähnten Bachlauf durchquert wird. Das Grün ist mit 42 m langgezogen, etwas onduliert und von in Hügeln eingebetteten Bunkern beschützt.
Ein schönes und interessantes Loch ist auch die Nummer 8, (Par 4)vom Index her zwar das leichteste, aber nicht ganz ohne. Links vom Abschlag ein großer See, der von einem genau vor dem Abschlag verlaufenden Flüsschen gespeist wird. Ein Dogleg nach rechts verhindert den Blick aufs Grün, mehrere Bunker treten in Aktion. Winnie locht – wie immer einhändig) ein, ist aber mit einem Bogie nicht so recht zufrieden, Wolfgang schafft eine 6 und Karin und ich haben beide mit einer 7 mit Zitronen gehandelt.
Klein Venedig mutiert auf der zweiten Hälfte mehr und mehr zum Wüstenplatz. Wasser sieht man nur noch selten, die natürliche Umgebung scheint nun in dem Kurs hineinzuwachsen.
Typisch Loch 11, ein Par 4, 380 m lang, Index 5. Das Gelände fällt von rechts nach links ab. Links hinter eine Reihe von locker aneinandergereihten Bäumen out of Bounds, rechts, in der Kniekehle dieses Doglegs drei Bunker. Die umgebende Landschaft ist eher braun als grün und hat durch ihre wilde Unverdorbenheit einen ganz eigenen Reiz.
Auch das nachfolgende Par 3 (208 m, Hcp 9) bietet Natur pur. Der Blick gleitet durch weites offenes Sherryland mit vereinzelt angesiedelten Anwesen der Sherrybarone. Auch die Fairways sind jetzt trockener. Ich spiele, unbeeindruckt von den drei das Grün umgebenden Bunkern endlich mein erstes Par und komme zu der äußerst erleichternden Erkenntnis, dass ich doch noch nicht alles verlernt habe und an dem bisherigen trüben Spiel sicherlich nur der Wind schuld war. Ein Glück, dass wir Golfer immer unsere Ausreden haben.
Ein leichtes Par 4 kündigt uns der Index von Loch 13 (Hcp15) an. 327 m lang geht es bergab. Das Grün wird ausnahmsweise von viel Quarz bewacht. Winnie sucht die Herausforderung und setzt einen langen Drive mitten zwischen Pinien, die trotz ihrer geringen Größe leider – bei aller Liebe - nicht als Neuanpflanzungen angesehen werden können und ihn als einzigem von uns das Par kosten.
Die 14 (Par 4, Hcp 13) wartet dann wieder einmal mit Wasser auf. Zusammen mit einem ausladenden Bunker gewährt es nur eine äußerst schmale Einflugschneise zum Grün. So dass ein präzises Anspiel des Kurzgeschorenen so manchen Trouble verhindert.
Nicht uninteressant auch das Par 3 von Nummer 16. Ein ausladendes fünfblättrigres sandiges Kleeblatt versperrt äußerst standhaft den Zugang zum Grün und nimmt uns – bis auf Winnie, der das Grün exakt anspielt – gefangen.
Das schwerste Loch ist die 17 (Par 4, 412 m). Ein Dogleg nach rechts. Es ist nicht unvorteilhaft, den Drive in Richtung Bunker auszurichten, um von dort aus direkt das Grün anzuspielen. Winnie schafft das perfekt, auch Karin und ich liegen recht gut, nur Wolfgang stellt sich kurz vor Schluss noch einmal eine echte Aufgabe. Sein Drive endet neben einem Baum inmitten einer wildgewachsenen Sherryrebe. Die wilde Romantik ignorierend chippt er gekonnt auf die Spielbahn und kommt noch mit einer Sieben davon.
Den krönenden Abschluss bildet noch einmal ein Par 5, Dogleg nach links. Mit 541 m das längste des Platzes und mit Index 3 in die schwerere Kategorie eingeordnet. Links, idyllisch blau glitzernd ein See. Man tut gut daran, sich beim 2. Schlag eher rechts zu halten, denn der See ist länger und ausladender als man denkt. Links neben dem Grün noch einmal Wasser, rechts Bunker satt. Für mich ist dies das schwerste Loch des Platzes und ich bin äußerst glücklich mit einem Bogie. Meine drei Mitstreiter sind mit einem Doppelbogie auch nicht unzufrieden.
Als Fazit muss man sagen, dass Golf El Puerto ein sehr interessanter und gut gepflegter Platz ist, der nicht zu Unrecht 2003 bis 2005 als Austragungsort der andalusischen Golfprofimeisterschaften ausgewählt wurde. Er bietet Herausforderungen für jede Spielstärke und ist perfekt eingebettet in die umgebende Landschaft. Ein kleines Problem könnte lediglich der nicht seltene Atlantikwind sein.
Wie schon erwähnt ist die Küche des Clubhauses nicht zu verachten und El Puerto de Santa Maria ist allemal eine Reise wert.
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Golf El Puerto
Ctra. De Sanlucar, km 1
El Puerto de Sta Maria /Cadiz
Tel.: 956 876 541 - Fax: 956 854 866
www.golfelpuerto.com - Info@golfelpuerto.com
Greenfees:
18 Loch 60,-€ - Buggy 25,-€ / 9 Loch 35,-€ - Buggy 15,- €
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