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01:06 Dienstag 6. Januar 2009

Arte de MOSAICOS Dragan Vucinic

Ebenso ungläubig wie erstaunt stehen die Besucher des Rathauses von Rincón de la Victoria vor den Werken von Dragan Vu…iniƒ. Wer macht sich denn heutzutage noch eine solche Arbeit? Unzählige Steine müssen mit akribischer Genauigkeit zu einem großen Gesamtbild zusammengefügt werden. Etliche Stunden verschlingt so eine Arbeit. Doch das Resultat ist bemerkenswert. Eindrucksvoll schimmern die Mosaike im Licht und die Betrachter bekommen eine für heutige Verhältnisse ungewöhnliche Kunstform zu sehen. Von Tatjana Gertig (Text) & Hans Seybold (Fotos)

Mosaik ist eine schon im Altertum bekannte Technik, bei der durch Zusammenfügen von verschiedenfarbigen und verschieden geformten Einzelteilen Muster oder Bilder entstehen. Das Wort Mosaik leitet sich aus dem arabischen Begriff “musáuwak“ ab und bedeutet “geschmückt“ oder “verziert“. Die griechischen Bezeichnungen “musaikon“ und “museion“ tauchen erst später auf. Die Mosaikkunst wurde vor allem im  Byzantinischen Reich betrieben. Bekannte antike Mosaike befinden sich auch im italienischen Ravenn .
Immer wieder bekommt Dragan Vucinic die gleiche Frage gestellt: „Warum macht man denn sowas überhaupt? All die Arbeit, all die Mühe.“ Tausende Steinchen müssen mühevoll in Kleinstarbeit geschnitten und geschliffen werden. Und danach werden unzählige Teile in vielen Arbeitsstunden zu einem Gesamtbild ergänzt. Doch Dragan Vucinic kann seine Liebe zur Mosaikkunst nicht mit Rationalität erklären. 

„Mosaik ist meine Leidenschaft“, erzählt der gebürtige Serbe. Daher sieht er das Zusammensetzen der kleinen Steine nicht als Arbeit, sondern als Freude. Die ungläubigen Fragen seiner Bekannten kann er nicht verstehen. Sicher braucht es Ausdauer und Disziplin, doch ein Mosaikbild bedeutet für ihn Entspannung und vor allen Dingen die Suche nach Sinn. „Während man ein Mosaik schafft, wird einem vieles klarer“, erklärt Vucinic. Und seine Arbeit steht schon fast metaphorisch für die Sinnsuche der Menschen. Aus Tausenden von kleinen unbedeutenden Einzelteilen wird ein großes, wundervolles und beeindruckendes Gesamtbild geschaffen. Ebenso werden die vielen Erlebnisse und Erfahrungen von Dragan Vucinic während des kreativen Prozesses zu einer Einheit, einem Verständnis des Lebens, zusammengesetzt. 

Bevor sich Dragan Vu…iniƒ vor sieben Jahren in Rincón de la Victoria niederließ wohnte er mit seiner Frau Conny in Deutschland. Und schon dort entdeckte er seine Leidenschaft für die Kunst der Antike. Da er damals noch keine Werkstatt hatte, schliff er die Steine im Wohnzimmer und wirbelte dabei eine Menge Staub auf. Für seine Werke verwendet er ausschließlich Natursteine. Seine Begeisterung für die griechische Kunst ließen ihn auf Mosaik als Kunstform stoßen. „Ich könnte gar keine anderen Materialien nehmen, da ich die griechische Kunst liebe und schätze und deshalb nach ihrem Vorbild handle“, erklärte der Künstler. Als Untergrund für die Mosaike benutzt der ausgebildete Fliesenleger Granitplatten, die er dann mit Marmor, Granit oder manchmal auch Fossilien verziert. Die Stunden zählt er nicht. Die blutigen Finger vom Schleifen stören ihn nicht, denn in seinen Augen ist das Liebe. Hauptsache er kann dem griechischen Ideal von Schönheit und Anmut folgen. Vorlieben hat er keine. Ob tragbarer oder fester Untergrund, geometrische Formen oder Bilder – das Endergebnis zählt. Deshalb wird auch jeder Stein von Hand bearbeitet, um den Zauber der Antike wiederherzustellen. Nach zwei oder drei Monaten hat er meist ein Werk beendet. Doch an eine Pause denkt er gar nicht. 

„Ich habe noch so viele Ideen, die ich noch umsetzen will“, erklärt er. Wenn er ein Werk beendet hat drängt es ihn schon, mit dem nächsten Projekt zu beginnen. Bild aufzeichnen, Steine zusammentragen, schleifen, legen und letztendlich kleben – jeder andere würde vor diesem Prozess und der Arbeit, die äußerste Konzentration und Genauigkeit fordert, zurückschrecken. Doch für ihn ist das keine Arbeit sondern Freude. Deshalb ist es nicht überraschend, dass er noch große Pläne hat. Sein Traum ist es, christliche Bilder, sogenannte Ikonen, in Stein zu verewigen. Weiterhin kommt er ins schwärmen, wenn er über Nike von Samothrake spricht, die als Original im Pariser Louvre zu besichtigen ist. Anlass ihrer Aufstellung auf der Insel Samothrake war einst der Seesieg der Rhodier über Antiochos III. von Syrien im Jahre 190 v. Chr. Auch sie würde er gerne einmal in einem Mosaik verewigen, und wenn er davon spricht glitzern seine Augen fast so wie seine Kunstwerke.

Dragan Vucinic
Calle Zafiros N° 1 - 29730 Rincón de la Victoria
Tel/Fax: 952 97 10 02 - Móvil: 699 54 76 74
www.artedemosaicos.com
info@artedemosaicos.com



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