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Deutsche Botschaft und Konsulate in Spanien


07:59 Sonntag 6. Juli 2008

2005 war gestern - wird 2006 besser?

  Mit diskretem Optimismus kann Spanien das neue Jahr antreten, dafür sorgen letzte offizielle Zahlen des Statistischen Regierungsamtes. Die Handelsbilanz des Landes ist schwer angeschlagenen, und daher ist es eine sehr gute Nachricht, dass auf dem rettenden Sektor „internationaler Tourismus“ ein historischer Rekord zu erwarten ist, was die Besucherzahlen 2005 angeht. Das Spitzenergebnis aus dem Jahr 2004, 53,6 Millionen Besucher aus dem Ausland, wird mit Abschluss des Jahres 2005 aller Wahrscheinlichkeit nach noch übertroffen. Doch Statistikzahlen kommen immer erst ein paar Wochen später.

Das Königreich Großbritannien stellte auch 2005 wieder die meisten Kunden der spanischen Bettenindustrie, mit einer 2,8-Prozent-Zuwachsrate waren es bis Ende November 15,2 Millionen, gefolgt von 9,4 Millionen Deutschen, 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch der letzte Miesepeter wird nun seinen Eindruck revidieren müssen, alles sei auf der ganzen Linie rückläufig gewesen im Tourismusgeschäft. 

Hier in Andalusien ist das negative Bild allerdings verständlich, da der Fremdenverkehr nicht wie im Rest des Landes gewachsen ist, trotz 10,6 Prozent mehr Engländern und 4,3 Prozent mehr Deutschen! Schuld daran sei „der Rest der relevanten Märkte“, so die Regierung. Denn Andalusiens bescheidenes 1,3 Prozent Mehr an internationalen Gästen ist kein Grund zum Jubeln, wo man sich an Jahr für Jahr 10 Prozent gewöhnt hatte. Man vermisst die Skandinavier, Franzosen, Italiener, die offenbar den Norden dieses schönen Landes entdeckt haben. Katalonien, Aragonien, Asturien und Kantabrien heißen die Gewinner unter den gastgebenden Regionen, für Andalusien eine Herausforderung aus Gebieten, mit denen man nicht gerechnet hatte.

Mein Tipp: sofort Schluß mit dem Zubetonieren von Hinterland und Küste, und dann gründliches, ständiges Saubermachen in Städten und Dörfern. Dies aber auch im Winterhalbjahr und nicht wie bisher nur in den Sommermonaten, wenn für die Touristen aus dem spanischen Hinterland jeder Winkel herausgeputzt wird. Denn wenn es so weitergeht wie bisher, dann verziehen sich demnächst auch die rettenden Engländer und die treuen Deutschen. Schimpfen tun sie schon.
Meine besten Wünschen für das neue Jahr, Ihr

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