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Deutsche Botschaft und Konsulate in Spanien


02:33 Dienstag 6. Januar 2009

Ein wunderbarer Traum!

Ich habe einen wunderschönen Traum gehabt! In meinem Traum waren alle Spanier ganz und gar glücklich und zufrieden! Auf allen Straßen und Plätzen Málagas, auch in der Provinz, herrschte eine festliche, freundliche Stimmung, als wenn die Feria, Semana Santa und der Hauptgewinn der Loteria de Navidad auf einmal eingetroffen wären. Die Menschen an der Costa del Sol lachten und tauschten untereinander Küsschen und Umarmungen. Was war passiert? Welches war der Grund, der die Andalusier in diese berauschende Glückseligkeit versetzte?
Das Motiv der allgemeinen Genugtuung: In Spanien gab es nur Spanier! Und natürlich in Andalusien nur Andalusier und in Málaga nur Malagueños! Eine monatelange harte Arbeit hatte sich letztendlich gelohnt. Mitgemacht haben alle, von den Nachrichten im Fernsehen und Kommentaren in Radios bis zu den Zeitungsberichten. Mit ständigen Medien- Kampagnen wie “Ausländer kaufen alle unsere Immobilien weg”, “Ausländer treiben unsere Preise hoch”, “Ausländer überbelegen unsere Krankenhäuser”, haben sie es geschafft , - ...und alle hatten wahrlich Grund stolz zu sein.
Die Tageszeitungen brachten extra Ausgaben mit groben Überschriften “¡Por fin libres!” Endlich frei! Alle Sudacas, Moros und Giris sind raus! Ab sofort gäbe es in den Cafes, Bars und Restaurants von Málaga eine Menge freier Tische und die Malagueños könnten ihren “cafelito” in aller Ruhe genießen wann und wo sie wollten, ohne durch fremdartiges Geplapper belästig zu werden. Weil es keinen einzigen Deutschen Immobilien-Käufer mehr von Estepona bis Nerja gäbe, würde ein großes Überangebot von Casas, Apartmentos und Áticos offeriert, endlich wieder Wohnraum nur für Malagueños und zwar alle zu Preisen der fünfziger Jahre. Nicht zu vergessen die Krankenbetten der SAS, jetzt mit dem Verhältnis Arzt/Patient (1=1). Somit hätte Málaga wieder das Niveau der siebziger Jahre erreicht und damit die fortschrittlichste Gesundheitsversorgung des ganzen Universums. Es gäbe keine Wartezeiten mehr bei Operationen, die Briten, die so billig davon kommen wenn sie die Ärzte Málagas in Anspruch nehmen, wären endlich weg. An den Tankstellen müsste kein Malagueño mehr Treibstoff an Franzosen verkaufen, die sowieso so schlecht spanisch sprechen. Einkaufzentren wie “El Ingenio” bräuchten nur Freitags und Samstags in Betrieb sein, weil durch das Ausfallen der Horden kaufbesessener ausländischer EU-Rentner Montags, Dienstags, Mittwochs und Donnerstags die Läden geschlossen blieben und das Personal anstatt zur Arbeit zu gehen das Zuhause gemütlich genießen könnte. Usw., usw., usw...
Es war ein wunderschöner Traum! ...aber es war nur ein Traum... Nur ein Traum? Könnte vielleicht nicht etwas davon verwirklicht werden, wenn die Medien so weiter machen? Vielleicht das freiwillige Tragen einer winzig kleinen Giri-Armbinde, oder generelles Sprachverbot für Ausländer in der Öffentlichkeit? Oder noch besser: Ab jetzt müssten EU-Giris die Kosten eines geplanten Aufenthalts an der Costa del Sol an die Malagueños überweisen und natürlich schön in ihren jeweiligen Giri-Ländern bleiben und nur mental die Reise genießen. Das wäre doch jedenfalls etwas, damit nicht alle Anstrengungen der Medien umsonst waren...
Natürlich ist da noch die EU: Hat Brüssel das Recht etwas zu bemeckern? Mit welchem Recht hätte die EU überhaupt etwas zu sagen? Nur weil Málaga eine Provinz von Spanien ist und Spanien EU-Mitglied ist? Sollte man deswegen auch in Málaga das entsprechende EU-Abkommen respektieren und praktizieren? Haben EU-Rentner, die Residenten (empadronados) sind und ihr Einkommen versteuern, das heißt ihre EU-Bürgerpflichten erfüllen, haben diese EU-Bürger das Recht auf ihre Rechte zu bestehen? So, wie z.B. die 131.121 EU-Gastarbeiter aus Spanien es in Deutschland tun?
Sind für die Malagueños die 80% (80 Euro von jeden 100 Euro!) nicht rückzahlbare EU-Entwicklungshilfe für Autovias, Prestigeobjekte (Palacio de Congresos), technische Infrastruktur usw. zu wenig? Nicht genug der 80%ge-Anteil der Kosten bei der Bau und Erneuerung der unterirdischen Kanalisation- und Pumpensysteme von Paseo Pablo Ruiz Picasso bis el Palo? Ist der EU-Anteil von 14 Millionen Euros an den gesamten Kosten von ca. 17,5 Millionen Euro nicht genug?
Kommen nicht auch die 80%-EU-Entwicklungshilfe aus den Steuern von derzeitigen EU-Rentnerresidenten und Fincabesitzern? Handelt es sich um jene EU-Bürger, die als Besucher von “Ferias de Turismo” in London oder Berlin angelockt werden damit sie an die Küste der Sonne kommen? Hätten diese EU-Bürger nicht lieber ihre Steuern und Abgaben in ihre eigenen Städte investiert, statt der entsprechenden EU-Abkommen, mit viel Geld, das Wohlergehen der Malagueños zu finanzieren?
Fragen über Fragen und keine Antwort. Also so gesehen, so richtig wunderschön war der Traum auch wieder nicht!

Pedro Blanco Bravo, Rincon de la Victoria
Per E-Mail



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