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10:09 Dienstag 6. Januar 2009

Kapuzinerkresse

Das natürliche Antibiotikum

Die Kapuzinerkresse ist eine weit verbreitete Gartenpflanze. Ihre eigentliche Heimat ist Peru. Im 16. Jahrhundert brachten die Spanier den Samen dieser Pflanze nach Europa. Schnell wurde sie eine beliebte Kletterpflanze in den Gärten und auf den Balkonen. Den ganzen Sommer entfalten sich ihre gelben-, orangenen- und rotgespornten Blüten.
Schon seit altersher behandelte man in Peru die verschiedensten Wunden (auch infizierte) mit frischen Blättern der Kapuzinerkresse. Ebenso verwendete man das Kraut der Kapuzinerkresse bei Lungen- und Harnwegsinfektionen.

Für Infektionen und  deren rasante Ausbreitung sind meist Viren verantwortlich. Später können Bakterien in einer so genannten Super- oder Sekundärinfektion hinzukommen. Will man den Infekt wirksam bekämpfen, müssen die auslösenden Erreger auf möglichst schonende Weise ausgeschaltet und gleichzeitig die Abwehrkräfte gestärkt werden, um einem erneuten Auftreten der Infekte vorzubeugen oder sie von vornherein zu verhindern.
Nach der Entdeckung der Antibiotika wurden für die Behandlung von Infektionen viele andere Substanzen einbezogen und verwendet. Erst 1952 konnte die jahrhundertealte Wertschätzung der Kapuzinerkresse als Heilpflanze bestätigt werden. Es wurden leicht flüchtige antibiotische Substanzen mit breitem Spektrum als Hauptwirkstoffe entdeckt, die zur Anregung der Abwehrreaktion des Körpers dienen. Der Hauptwirkstoff ist das in den Kapuzinerkresseblättern enthaltene Senföl, welches für die antibakterielle Wirkung verantwortlich ist.

In der Naturheilkunde wird Kapuzinerkresse seit Jahrhunderten zur Behandlung von Infektionen der oberen Atem- und der Harnwege eingesetzt. Die Wirksamkeit wurde in der jüngeren Vergangenheit wissenschaftlich untersucht und bestätigt. 
Seine Senföle wirken hemmend auf das Wachstum von Krankheitserregern. Das besondere an diesen natürlichen Wirkstoffen ist, dass sie sowohl Bakterien als auch Viren, Hefen und Pilze abtöten - und zwar dort, wo die Infektion erfolgt. Denn nachdem die Senfölmoleküle im oberen Darmabschnitt ins Blut gelangen und dann an Eiweiße gebunden im Kreislauf zirkulieren, reichern sie sich in Ihren Ausscheidungsorganen an: das sind z. B. Lunge und Blase. Bei Infektionen der oberen Luftwege können somit durch entsprechend hohe Dosen der Senföle die Erreger direkt am Ort des Krankheitsgeschehens abgetötet werden.
Kapuzinerkresse stellt eine wirksame und schonende Alternative zu Antibiotika dar. Nicht zu Unrecht bezeichnet man daher die Kapuzinerkresse als pflanzliches Antibiotikum, hilfreich bei Nieren-, Blasen-, Harnwegs-, Bronchial-, Atmungs- und grippalen Infekten. Bei besonders starken und hartnäckigen Infektionen kommt man jedoch um eine Behandlung mit herkömmlichen Antibiotika kaum herum.

Sanct Bernhard Info Dienst



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