Neuer Flughafen-Terminal eingeweihtAm 20. Juni 2000 legte ein Minister den Grundstein. Fünfeinhalb Jahre und 6,2 Milliarden Euro später hob der erste Flieger von der neuen Startbahn von Terminal (T)-4 ab. Dabei hatte die öffentliche Gesellschaft AENA, die die spanischen Zivilflughäfen betreibt, im Jahr 1997 die Kosten für den Neubau noch mit 180 Mio. Euro beziffert. Ein Jahr später befürchtete man schon, dafür 270 Mio. zu benötigen. Das Ganze sollte in 36 Monaten fertig sein. Im Jahr 2001 vergab man schließlich einen 541-Millionen-Euro-Auftrag für den Bau der dringend benötigten Anlagen an die Baufirmen ACS (die dem Präsidenten vom Fußballverein Real Madrid, Florentino Perez, gehört) und FCC (Hauptaktionärin: Esther Koplowitz). Bald kamen diverse Erweiterungen hinzu, und man landete bei einem Kostenvoranschlag von 1,03 Milliarden Euro. Dass das Projekt Flughafenerweiterung letztendlich sechsmal so teuer wurde wie geplant scheint normal zu sein.
m 4. Februar 2006 wurden die modernen Installationen von Regierungspräsident Rodriguez Zapatero endlich feierlich eingeweiht. Am 5. Februar nahm man den regulären Betrieb auf - ein Tag, den die ersten Benutzer von T-4 nicht so schnell vergessen werden, denn das Chaos war ebenso monumental wie der finanzielle Aufwand. Nichts funktionierte, lange Schlagen bildeten sich an Förderbändern, Abfertigungsschaltern, Shuttle-Haltestellen; Koffer gingen verloren, und zahlreiche Anschlussflüge wurden verpasst. Besonders gut besucht war der Reklamationsschalter, hier stauten sich die Massen..
Es traf rund 62.000 Passagiere mit ihren 22.500 Koffern von 625 Flügen. Aber peinliche Pannen passieren nun mal. Inzwischen haben sich Menschen und Maschinen eingespielt. Durch den neuen Flugsteig könnten in Madrid-Barajas gegenüber den bisherigen 78 bis zu 120 Flüge in der Stunde abgefertigt werden. Pro Jahr werden eines Tages 70 Millionen Passagiere anstatt der bisherigen 41 Millionen die Installationen benutzen. Somit hat Spanien Europas viertgrößten Flughafen, was die Fliegerabfertigungskapazität angeht. Das jetzt noch überschüssige Fassungsvermögen kommt den Billigfliegern, die verstärkt auch Barajas anfliegen werden, und auch den traditionellen Linien zu Gute, die die Anzahl ihrer Routen aufstocken können. Bei AENA hat man das Ziel, Barajas zu einem „hub“ zu machen, d.h. zum Knotenpunkt von Flügen aus verschiedenen Ländern: 25% der europäischen Direktflüge nach Südamerika sollen über Madrid gehen.
Die neuen Anlagen bestehen in erster Linie aus zwei neuen Start- und Landebahnen mit den dazu gehörenden Parkplätzen für die Flugzeuge. Dadurch, dass die Installationen 5 Kilometer von den alten Pisten entfernt liegen, mußte praktisch ein komplett neuer Flughafen entstehen. Bei seinen Abfertigungshallen handelt es sich um ein durch zwei mit einem Tunnel verbundene Gebäude. Automatisch betriebene Waggons befördern Passagiere und Gepäck von einem zum anderen. Technische Anlagen einschließlich einem modernen Sicherheitssystem und Infrastruktur für den Autoverkehr (allerdings gebührenpflichtig) gehören ebenfalls zu T-4. Die U-Bahn wird allerdings erst im Jahr 2007 bis hier hin gehen, so dass man am alten Gebäude aussteigt und dort einen Shuttle-Bus nimmt, der alle drei Minuten fährt und in 10 Minuten den neuen Teil des Flughafens erreicht.
Für seinen Komfort erwartet den Reisenden eine 24.000 qm große Geschäftsfläche mit vielen Shops, VIP-Lounge, Spa, Restaurants usw.