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Foto: Roland Beysel |
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Malerische Gassen und herrlicher AusblickVon Beatriz Hohler
Prächtig thront Vejer de la Frontera hoch über dem Meer auf dem Hügel, ein „weißes Dorf“ par excellence. Enge, verwinkelte Gassen schlängeln sich romantisch durch den Ort. Maurischer Einfluss, gepaart mit andalusischer Architektur, sind hier in einzigartiger Weise kombiniert und konserviert worden. So wurde denn auch dieses fotogene Städtchen komplett unter Denkmalschutz gestellt. Besonders reizvoll sind zahlreiche blumenübersäte Patios (Innenhöfe), die einmal im Jahr der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das einzigartige Panorama von Vejer aus über die Küste und die Landschaft von La Janda ist atemberaubend.
Drachenflieger haben diesen Ort als erste für sich entdeckt, bietet er doch die optimale Ausgangbasis für spektakuläre Flüge. Für gut trainierte Radfahrer sind die auf rund 200 m ansteigenden Serpentinen eine beliebte Strecke. Wer Vejer zu Fuß erkundet, startet am besten auf Höhe des Tourismusbüros, an der Stadtmauer entlang. Irgendwann landet man unweigerlich auf dem Plaza España, der „guten Stube“ von Vejer. Verschiedene Bars, Cafeterias, sowie edle und ausgefallene Restaurants locken zu einer Rast im Freien, wo man dann leicht amüsiert, ja vielleicht sogar mit etwas Schadenfreude beobachten kann, wie die Stadtpolizei von Zeit zu Zeit großzügig Parkkrallen an diejenigen verteilt, die mit dem Auto bis ganz nach oben gefahren sind und in den engen Gassen parken. Falls es das eigene Auto ist, heißt es, schnell zu reagieren und mit den Herren ein paar nette Worte zu wechseln, dann geht es meist glimpflich aus, denn – Touristen sind natürlich herzlich willkommen in Vejer.
Der Ort zieht viele Menschen magisch an. In den letzten Jahren sind reizvolle „Casas rurales“ und ausgefallene Hotels entstanden, die von mobilen Reisenden gerne angenommen werden. Kilometerlange, herrliche Strände und ein interessantes Hinterland sind nur wenige Kilometer entfernt. Viele Gäste sind von den pittoresken Gassen und Häusern so angetan, dass sie sich hier sogar ein dauerhaftes Feriendomizil einrichten (siehe Bericht Michele Rondelli), oder Vejer gar als festen Wohnsitz erkoren haben.
Wie in allen spanischen Städten, so ist auch in Vejer der Festtagskalender reich bestückt. Ende Mai wurden zahlreiche private Patios zur Besichtigung geöffnet. Im Juni lockt die Johannisnacht (23./24.) mit einem Freudenfeuer, bei dem lebensgroße Puppen (oft Politikern nachgebildet), verbrannt werden. Um Mitternacht schließt das Spektakel mit einem Feuerwerk am Plaza España. Zu Ehren der Stadtpatronin Virgen de la Oliva wird im August 14 Tage lang mit täglichen Konzertaufführungen, Flamencotanz und –gesang und typisch spanischen Spezialitäten ausgiebig gefeiert.