das aktuelle spanienmagazin für die Costa del Sol und Costa de la Luz, Spanien
Startseite
Kontaktieren Sie unsFavoriten hinzufügen

Deutsche Botschaft und Konsulate in Spanien


08:00 Sonntag 6. Juli 2008

Hits

Antonio de Felipe

Bonbonfarben, Disneyfiguren, Hollywoodikonen, Klassiker der Kunstgeschichte und Werbemarken – all diese scheinbar unvereinbaren Elemente mischt der spanische Künstler Antonio de Felipe zu einem amüsanten, ansprechenden und überzeugenden Ensemble: Schneewittchen wird mit einem Microsoft Apple in Versuchung geführt, die spanischen Infanten von Velázquez werden zu Werbeträgern von Fanta und Marilyn Monroe und Audrey Hepburn werden á la Roy Lichtenstein und Andy Warhol inszeniert.

Von Veronika Frenzel

Spanische Pop Art nennt de Felipe seine Kunst. Inspiriert von seinen Idolen Warhol und Velazquez überzeugte Ende der 80er Jahre der damals noch nicht mal 30-jährige Valencianer die Kunstwelt davon, dass Pop Art nicht tot ist und dass Spanien der Ort der Auferstehung ist. „Damals hatte ich meinen Stil gefunden und ihm werde ich treu bleiben“, sagt de Felipe. Dazu hat er auch allen Grund. Denn seine Kunst überzeugt, nicht nur das Publikum, sondern auch Kritiker, Museumsdirektoren und Galeristen. Das war spätestens bei seiner ersten Teilnahme an der Kunstmesse ARCO 1996 klar. Innerhalb weniger Jahre hat der heute 41-jährige einen kometenhaften Aufstieg geschafft. Seine Kunst schmückt Cover von Magazinen wie Vogue und Elle und von Beilagen von El País und ABC,   seine Bilder stellt er heute in Barcelona und Paris und morgen in London und New York aus und sein Werk gehört bereits zur festen Ausstellung der Museen Reina Sofia und Thyssen-Bornemisza in Madrid.

„Ich habe Talent“, sagt de Felipe. „Aber damit allein macht man keine Kunst.“ Beobachtungsgabe, ein kritischer Geist und Inspiration seien die wichtigsten Zutaten, um gute Bilder zu malen. Denn jeder Künstler müsse auch den Zeitgeist erfassen und der Betrachter müsse sich mit dem Werk identifizieren können, so de Felipe. „Ich glaube, meine Kunst hat deshalb so viel Erfolg, weil sie sehr viele Menschen erreicht. Einige meiner Kunden erzählen mir, dass meine Bilder das erste Mal ihren Kindern und ihren Eltern gefallen.“ 

Spanische Pop-Art von Antonio de Felipe ist bunt, ironisch, amüsant und in jedem Fall ein Hingucker. Denn der Künstler arbeitet mit großen Leinwänden, auf denen er – im Gegensatz zu seinem Idol Warhol – mit Pinsel und Acrylfarben malt. Er arbeitet nur mit seinen Händen, um Computer macht er einen großen Bogen. Nur wenn er in Kontakt mit den Materialien ist, fühlt er sich inspiriert. Seine Kunst ist bunt, weil de Felipe Farben wie Bonbons auf der Leinwand verteilt,  amüsant, weil er Figuren von Velazquez zu Models für Coca-Cola macht und ironisch, weil schon mal ein Marlboro-Cowboy einen Osborne-Stier jagt. Mit seinen Bildern und Skulpturen will er beim Betrachter vor allem positive Gefühle bewirken. „Die Figuren die er bei mir wieder findet, kennt er aus seiner Kindheit und er assoziiert sie mit Unbeschwertheit.“ Und da seine Bilder nicht kritisch sind, kommt es auch nicht zu Konflikten mit den Marken, die er originalgetreu in seine Kunst einsetzt. „Die Firmen sehen das als Werbung.“
Eine zeitlang hat de Felipe die Logos für Marken in einer Werbeagentur in Valencia entworfen. Aber das blieb eine Episode, denn „ich bin immer ein Künstler gewesen, der auch mal Werbung gemacht hat.“ Aber die Branche hat ihn geprägt. Einige Werbespots seien wahrhafte Kunstwerke, bewundert de Felipe. „Heute verschwinden die Grenzen zwischen Kunst und Werbung.“ Seine Bilder sind das beste Beispiel.

Einige seiner Werke sind jedoch auch sozialkritisch, denn der Künstler weiß wohl, dass die spanische Gesellschaft nicht nur bunt und lustig ist. ET, Winnetou und andere Hollywoodfiguren sitzen mit leerem Blick in einem Holzboot, allein auf weiter See: „Ohne Papiere“ heißt das Bild. Ein geklontes Schaf hat anstatt eines Mauls einen Maulkorb: „Das Schweigen der Lämmer“ titelt de Felipe. „Bei einigen Themen kann man seine Augen einfach nicht verschließen“, sagt er. Doch eigentlich wolle er vor allem unterhaltende Kunst machen. Seine Serie „Vacas“, Kühe, ist ein gutes Beispiel dafür. De Felipe gestaltete die Figuren für eine Ausstellung im Madrider Kulturzentrum Casa de Vacas. Die Kühe aus Pappmaché überzeugten das Publikum und machen heute Karriere als Werbeträger in vielen Großstädten Europas.

Die Werke des Künstlers sind nur selten in Spanien zu sehen: Galeristen aus Hamburg, München, Rom und London haben de Felipe für sich entdeckt und der spanische Pop Artist reist gern in der ganzen Welt herum. 

Weitere Informationen über den Künstler erhalten Sie unter:
www.antoniodefelipe.es



Adobe Reader für PDF hier gratis downloaden


das aktuelle spanienmagazin · +34 952 547 020
Urb. El Tomillar · Avda. del Sol, 6 · 29740 Torre del Mar