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08:14 Freitag 21. November 2008

Ibn Jaldún

600 Jahre nach seinem Tod

Ausstellung im Alcazar von Sevilla bei Nacht

Von Nicole Schaar (Text) & Mark A. Bela (Fotos)

„Das Mittelmeergebiet im 14. Jahrhundert- der Aufstieg und Absturz der Kaiserreiche“- so lautet die Austellung im Alcázar in Sevilla, die dort vom 19. Mai bis 30. September diesen Jahres zu besichtigen ist.
Mehr als 100 Austellungsstücke aus der ganzen Welt erlauben dem Besucher einen Einblick in die Rolle Sevillas und Spaniens im 14. Jahrhundert. Nicht nur die Geschehnisse dieser Zeit werden beleuchtet, sondern es erfolgt auch die historische Analyse in der Bedeutung von Ibn Kaldún innerhalb dieser Epoche. 

Auch wenn der Name Ibn Kaldún (1332-1406) den Wenigsten ein Begriff ist, so gilt seine Betrachtungsweise gesellschaftlicher und sozialer Konflikte auch als Vorläufer einer soziologischen Denkweise. Er identifizierte psychologische, ökonomische, umweltbedingte und soziale Faktoren, die zur Entwicklung, Aufstieg und Zerfall von Dynastien und Zivilisationen beitragen. Weiterhin analysierte er die Gruppendynamik und fand heraus, dass emotionale Gefühle der Zugehörigkeit zu einer politischen Macht führen können, die sich etwa in Form von Fanatismus oder Patriotismus äußern. Viele der von ihm beschriebenen Erlebnisse der damaligen Zeit erinnern uns auch an Ähnliches, was die Welt heutzutage erschüttern lässt. 

Der islamische Historiker und Politiker gehörte einer der bedeutendsten Familien Sevillas an und lebte in vielen Ländern der arabischen Welt: Tunesien, Algerien, Marokko, Ägypten, Syrien und natürlich auch Spanien. Schon im Alter von 20 Jahren erhielt er eine Anstellung am Hof von Tunis und es folgte eine ebenso steile wie rastlose Karriere in hohen politischen Ämtern, in der Verwaltung, als Diplomat und als Richter im Maghreb, in Spanien und in Ägypten. In einem Dorf in Algerien schrieb er schließlich seine berühmte mehrbändige Universal-Geschichte (“Kitab al-`Ibar”, “Das Buch der Beispiele”) nieder.
Das 14. Jahrhundert galt als eines der Verhängnisvollsten und war von Machtkämpfen regelrecht gekennzeichnet. Mit dieser Ausstellung erfolgt nun ein Rückblick auf die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verbindungen zwischen Ost und West, Europa und der nördlichen arabischen Welt. Vereint durch das Mittelmeer gab es sowohl Konflikte als auch kommerzielle Verbindungen zwischen Europäern und Muslimen und war somit kennzeichnend für eine gesamte Epoche.

Worin liegt also das Ziel dieser Ausstellung? Das Hauptaugenmerk liegt vor allem auf der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Spanien, der muslimischen Welt und Europa, um somit den gegenseitigen Respekt, Frieden und Solidarität voranzuteiben. Es werden beide Welten betrachtet, da es unmöglich ist, die eine ohne die andere zu verstehen. Denn neben den Konflikten gab es sowohl kulturelle, wirtschaftliche als auch menschliche Verbindungen jeglicher Art.

Ibn Kaldún stellte letztendlich fest, dass eine Weiterentwicklung nur dann zu verwirklichen ist, wenn die Ereignisse der Geschichte korrekt verstanden werden.
Sevilla und das größte Event des Jahres. Sevilla, Andalusien und Spanien als Stätte des Zusammentreffens von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Erleben Sie den kulturellen Dialog.
Mehr Informationen unter: http://www.ibnjaldun.es/



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