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13:48 Dienstag 6. Januar 2009

Faszinierende Tier- und Pflanzenwelt

Im Zoobotánico von Jerez brüllt der weiße Tiger

Von Beatriz Hohler

Elefanten, Giraffen, Nilpferde und Affen findet man in jedem Zoo, doch im Tierpark von Jerez dreht sogar ein weißer Tiger gemütlich seine Runden und reißt sein Maul manchmal bedrohlich auf. Er ist einzigartig unter den vom Aussterben bedrohten Tieren. Es gelang bereits, Nachfahren von ihm an andere Tierparks zu geben. Ein Besuch im Park lässt staunen und bietet für jung und alt ein besonderes Vergnügen.

Der Zoo in Jerez ist gleichzeitig ein botanischer Garten und wird in ganz Spanien wegen seiner Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren besonders geschätzt. Über 1300 Tiere aus rund 200 Rassen der ganzen Welt kann man im Zoo bewundern. Dazu gehören unter anderem natürlich verschiedenste Affenarten, aber auch Antilopen, Kängurus, Zebras, Chamäleon, sowie ein Tibetanischer-Bär. Heimisch fühlen sich hier mittlerweile auch europäische Bisons und Rotluchse.

In Jerez gibt es ein sehr seltenes Tier zu bewundern: ein weißer Tiger. Er  kam 1995 aus Japan in den Zoo von Jerez  und stammt seinerseits aus einem Zoo, der ihn von einem Zirkus erhalten hatte.  Das weiße Fell hat nichts mit Albinismus zu tun, sondern scheint eine Mutation zu sein. In Jerez lebt der weiße Tiger mit einem weiblichen Tiger von normaler Farbe zusammen, mit der er bereits 4 Jungen hat, die wiederum an andere Tierparks gegeben wurden. Insgesamt schätzt man, dass es nur noch 8000 Exemplare dieser Tigerart auf der Welt gibt.

Der Zoo von Jerez ist aber  mehr als nur eine reine Ausstellung von exotischen Tieren: hier widmet man sich eingehend der Aufzucht und Pflege von ausgefallenen Rassen, die teilweise vom Aussterben bedroht sind. Zur Zeit läuft unter anderem ein Projekt mit dem Ibis Eremita (Waldrapp), der im 16. Jahrhundert verschwand. Mit einem Wiederansiedelungsversuch soll der Waldrapp als Brutvogel in Europa wieder etabliert werden. In freier Wildbahn lebten im Jahre 2005 etwa 450 Vögel, in Gefangenschaft wurden etwa 2.000 Vögel gehalten. Die seltenen Tiere aus dem Zoo Jerez sollen in den nächsten Jahren im Gebiet la Janda ausgewildert werden.

Der Iberische Rotluchs (lince iberico) zählt zu den am meisten bedrohten Tierarten auf der Welt. Es ist sehr schwierig, diese Rasse zu erhalten. Im Zoobotánico von Jerez widmet man sich intensiv um die Aufzucht von Hand dieser seltenen Rasse, um sie dann auch wieder auswildern zu können. 

Seltene Pflanzen

Der Zoobotánico von Jerez  hebt sich von anderen vor allem dadurch ab, dass er in alten Gärten untergebracht ist (Jardines de Tempul). Im Jahre 1869 hat man hier für Jerez ein riesiges Wasserreservoir angelegt, und die Umgebung in Grünanlagen verwandelt. Aus dieser Zeit stammen etwa 1000  Exemplare verschiedener Pflanzen, die Jahr für Jahr durch Jungpflanzen ergänzt werden, deren Gattung es vorher im Park nicht gab. Damit wird die Sammlung stets erweitert. Im Jahre 2002 wurde der botanische Garten des Tierparks Jerez als „Garten von besonderem kulturellem Interesse“ eingestuft. Unter der Leitung des Umweltministeriums der Junta de Andalucia wird momentan in Jerez daran gearbeitet, die lokale Fauna zu erhalten und wilde Pflanzen in der Gegend wiedereinzusetzen.

Ausbildung und Umwelterziehung

Um ein besseres Verständnis für die Natur und ihre Abläufe zu bekommen, nutzt man die Tiergärten  weltweit auch für Ausbildung und Umwelterziehung. Verschiedene Programme und Aktivitäten werden sowohl für Kinder wie Erwachsene angeboten, aber auch Fachleute und Forscher profitieren von den Erkenntnissen, die wissenschaftlich genutzt werden können.

Sommerprogramm

Der Zoobotánico von Jerez bietet im Sommer die Möglichkeit, den täglichen Ablauf eines Tierparks und eines Botanischen Gartens kennenzulernen. Alles Wissen wird vor Ort direkt und in der Praxis vermittelt. Jeweils in einem Wochenkurs lernt man die verschiedenen Aufgaben im Park kennen: Reinigung der Anlagen, Fütterung der Tiere, Gartenpflege, Pflege von kranken Tieren usw. Mit diesen Aktionen wird das Verständnis für eine Einrichtung gefördert, die sich dem Erhalt von wilden Tieren und exotischen Pflanzen widmet. Gleichzeitig wird klar, wie sensibel man mit der Natur umgehen muss, um sie für die Zukunft zu erhalten.

Kurstermine:
31. bis 4. August - 7. bis 11. August
21. bis 25. August - 28. bis 1. September
täglich von 10:00 bis 14:00 Uhr

Information:
Zoobotánico Jerez
C/ Taxdirt s/n - 11404 Jerez de la Frontera (Cádiz)
Tel.: 956 153 299 - 956 153 294
www.zoobotanicojerez.com
Öffnungszeit im Sommer (1.Juni bis 30. September)
10:00 bis 20:00 Uhr



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