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22:52 Freitag 5. September 2008

Waschgang fürs Blut

Dialysestation des Hospital Internacional Xanit

Von Nicole Schaar

Die Niere ist für den Menschen lebensnotwendig. Sie reinigt das Blut von Abfallstoffen, die durch Stoffwechselvorgänge entstehen, wie z.B. die Harnsäure. Sie reguliert den Säure-Basen-Haushalt des Körpers, da der pH-Wert des Blutes ansonsten im „sauren“ Bereich liegen würde. Auch am Blutdruck, der Blutneubildung und dem Wasserhaushalt des Körpers ist das paarig angeordnete Organ beteiligt. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Behandlung, die Krankheiten der Niere betrifft, sehr sorgfältig sein muss.

Die Dialysestation des Hospital International Xanit lädt daher beinahe zum Wohlfühlen ein. Die 15 elektrisch verstellbaren Liegen haben ein eingebautes TV-Gerät, Internetanschluss und eine Waage ist ebenfalls integriert. Was genau Dialyse jedoch bedeutet, wissen die Wenigsten. Die Dialyse (griechisch dialysis: Auflösung, Trennung) ist allgemein als „Blutwäsche“ bekannt und ist ein Verfahren zur Entfernung harnpflichtiger Substanzen, überflüssigen Wassers und Giftstoffen aus dem Blut mit Hilfe einer künstlichen Niere. Sollte die natürliche Niere hochgradig eingeschränkt sein, wird eine Behandlung zwingend notwendig. Festzustellen ist die Notwendigkeit einer entsprechenden Therapie dabei anhand der Nierenwerte im Blut. Es gibt zwei Dialyseverfahren: die Hämodialyse und die Peritonealdialyse. Die Funktionsweise ist einfach erklärt: mit Hilfe von künstlichen Filtermembranen wird das Blut von schädlichen Stoffen befreit. Bei der Hämodialyse wird ein Gerät mit einem Membranfilter außerhalb des Körpers verwendet. Bei der Peritonealdialyse dient das eigene Bauchfell als Membran und wird daher auch als Bauchfelldialyse bezeichnet. Diese zweite Art der Behandlung wird jedoch eher selten eingesetzt.
Der Patient muss jedoch auch vieles beachten. „Es muss eine strenge Diät eingehalten werden und besonders Nahrungsmittel mit einem hohen Kaliumwert sind zu vermeiden, sowie einige Früchte und Gemüsesorten.“, erklärt Dr. Rafael Franquelo Soler, Koordinator der Hämodialysestation des Hospital Internacional Xanit. 

Die Zahl der Personen mit einem Nierenleiden steigt ständig. In Spanien benötigen jährlich 126 pro 1.000.000 Menschen mehr eine Dialyse, wie auch in den übrigen europäischen Ländern. Der Durchschnittswert in den Vereinigten Staaten liegt jedoch sogar bei 337 Patienten pro 1.000.000. Genau deshalb erlangt diese medizinische Therapie einen immer größeren Stellenwert. Da fragt sich nur, inwieweit das Leben der Patienten dadurch beeinträchtigt wird.

Dr. Rafael Franquelo Soler stellt fest, dass „es heutzutage nicht mehr sehr zu einem eingeschränkten Leben führt. Die Gründe liegen bei der Verbesserung der medizinischen Behandlung, der osmotischen Behandlung des Wassers der Dialysemaschinen, sowie deren Verfeinerung und Präzision. Außerdem wissen wir mittlerweile viel mehr über chronisches Nierenleiden und die Dialysebehandlung.“



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