Ein bedrohter VerwandlungskünstlerDie Umweltberatungsstelle der Junta de Andalucia setzt Maßnahmen in Gang um die andalusischen Chamäleon- Bestände zu erhöhen. Eine der vorgesehenen Initiativen besteht darin, die Stadträte der betroffenen Regionen für die bedrohliche Lage der Chamäleon-Spezies zu sensiblisieren, um sich besser nach deren Erhaltung orientieren zu können.
Von Natija Dolic
Der Kreisabgeordnete für Umwelt, Ingacio Trillo, der Bürgermeister von Veléz-Málaga, Antonio Souvirón, und der Präsident des Kabinetts für Naturstudien der Axarquía, Rafael Yus, haben das Buch „Biología y conservación del camaleón común“ präsentiert, als Ergebnis einer groß angelegten Studie über diese Spezie in der Provinz Málaga.
Das gemeine Chamäleon (Chamaeleo Chamaéleon) ist eine Reptilienart aus der Familie Squamata, den Sauria untergeordnet und ist in direkter Linie mit den Leguanen verwandt. Das Chamäleon fasziniert durch die unvergleichliche Fähigkeit, sich an seine Umwelt anzupassen. Ob Liebesgetänzel oder Drohgebärde, Temperaturunterschied oder Angst – das Chamäleon reagiert auf äußere Einflüsse mit einem sekundenschnellen Wechsel der Hautfarbe. Spanien ist das einzige Land und Andalusien die einzige Region in Europa, in deren Fauna die Verwandlungskünstler noch heimisch sind, allen voran in den Provinzen entlang der Küste, wie Cádiz, Granada, Huelva und Málaga.
Mit schätzungsweise 150.000 Exemplaren weist die Provinz Málaga die bedeutendste Chamäleonpopulation auf, die sich zwischen Benalmádena und Torrox auf einer Fläche von knapp15.000 Hektar verteilt. In dem Gebiet rund um die Axarquía ist die Dichte dieser Reptilien besonders hoch, da sich dort die Urbanisierung in einem langsameren Tempo entwickelt und somit den Tieren mehr Lebensraum lässt als in den Küstenregionen. Selbst wenn laut aktuellen Studien der Bestand dieser Chamäleon-Spezies moderat ansteigt, hat sich doch der Zustand der gesamten Population verschlimmert. Die Lebensräume der Reptilien werden vom Menschen immer mehr begrenzt, Hecken als traditionelle Brutstätte und Beuterevier verschwinden aus dem Landschaftsbild; die gemeine Chamäleonart ist bedroht.
Angesichts dieser Situation arbeitet die Consejería de Medio Ambiente an einem Programm zur Erhaltung der Chamäleons, das mit einem Budget von 140.000 Euro rechnet. Dabei sollen die Lebensräume der Tiere wieder erschlossen und weiterhin geschützt werden. In diese Bemühungen sollen auch die privaten Fincabesitzer und andere gemeinnützige Organisationen miteinbezogen werden. Außerdem ist geplant, die Entwicklung der Bestände auf festgelegten Routen und zu bestimmten Zeiten zu beobachten. Auf diese Weise wird eine „Infrastruktur der Information“ geschaffen, die es ermöglicht, schnelle und aussagekräftige Angaben zu dem Bestand des gemeinen Chamäleons zu machen. Zusammen mit diesem Vorhaben will die Consejería de Medio Ambiente Maßnahmen ergreifen, um die Lebensräume dieser Spezies auf Viehwegen und öffentlichen Arealen zu verbessern.
Der Sommer: Eine Jahreszeit für verstärkte Vorsichtsmaßnahmen
Das gemeine Chamäleon hat einen seitlich abgeflachten Körper,Glotzaugen, die sich unabhängig von einander bewegen können und einen Schwanz, mit dem sie sich geschickt von Zweigen herab hängen lassen können. Neben seinen farblichen Verwandlungskünsten ist dieses Reptil auch ein unverwechselbarer Jäger, dank geschickter Koordination der beweglichen Augen mit der klebrigen Zunge. Die Beute sind verschiedenste Insekten, wie Grillen, Motten oder Würmer. Auf dem Speiseplan größerer Exemplare stehen auch Vögel oder Mäuse.
Viele Menschen sind so von dem Chamäleon fasziniert, dass sie die Tiere ihrer natürlichen Umgebung entreißen und domestizieren wollen, was aber strengstens verboten ist, da es sich bei diesen Reptilien um ein geschützte Art handelt. Rücksicht sollten die Menschen nicht nur auf die Lebensräume der Tiere nehmen, sondern sich auch entsprechend beim Autofahren verhalten und in Gebieten mit erhöhter Chamäleon- Population vorsichtiger fahren.
Sollte dennoch eines der Tiere verletzt aufgefunden werden, wird der Finder gebeten, sich umgehend an ein Centro de Recuperación de Especies Protegidas (CREA) zu wenden. Weitere Infos bei der Consejería de Medio Ambiente, Delegación Provincial Málaga, Tel: 951 040 058.