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Deutsche Botschaft und Konsulate in Spanien


04:24 Montag 13. Oktober 2008

Geldgierige Politiker

Marbella ist kein Einzelfall

Marbellas Konkursverwalter Martin Reyes hatte es schon im vergangenen Frühjahr ausgesprochen: Das, was da an Bestechung und persönlicher Bereicherung in Marbella passiert war, ist kein Einzelfall. Wörtlich: “Wenn auch abnorm, so trifft es doch für Malaga, Andalusien und ganz Spanien genauso zu“. Natürlich hatte der Mann Recht, und nach und nach werden immer mehr Korruptionsskandale in den Rathäusern publik. (Das ist bei uns in Deutschland nicht anders, höre ich an dieser Stelle anstelle des sonst üblichen „Bei uns in Deutschland wäre das unmöglich…)

Günstlingswirtschaft, Rechtsbeugung, Geldwäsche, Schiebung bei öffentlichen Ausschreibungen, Verkauf von Informationen aus erster Hand, Veruntreuung, Bestechlichkeit…. die Generalstaatsanwaltschaft beschäftigt sich mit den gravierendesten Fällen, während die Untersuchungen in Fällen von „normaler“ Korruption auf städtebaulichem Gebiet in den Provinzhauptstädten laufen. 

Da ist zum Beispiel der „Normalfall“ Manilva (Provinz Malaga): Untersucht wird, ob Bürgermeister Pedro Tirado und acht Stadträte gewissen Bauunternehmern einen verdächtig großen Gefallen getan haben. Konkret ist da zumindest eine Immobilienfirma, die im Jahr 2003 ein Grundstück für 9,6 Millionen Euro kaufte und es ein Jahr darauf für 101,6 Millionen Euro wieder verkaufte. Richtig, genau 92 Mio. Euro Gewinn in einem Jahr. Die Staatsanwaltschaft beschäftigt sich genauer mit der vermuteten Geldwäscherei, Sr. Tirado wurde verhaftet.

Aber nicht nur an der Costa del Sol, auch in Toledo, Madrid, Sevilla, auf Mallorca und den Kanarischen Inseln wurden Korruptionsfälle aufgedeckt. Wenn sich eine ehrliche Haut den Machenschaften der Geldgierigen im Rathaus quer stellt, versucht man es mit Trick 17 getreu dem Sprichwort „jeder hat seinen Preis“. In Camas bei Sevilla ging das allerdings schief, weil die Betroffene zur Polizei ging. Schnell abdanken falls so etwas passiert gilt nicht. Geldgierig klammern sie sich an ihren Posten fest, keiner verzichtet freiwillig auf die sprudelnde Geldquelle. Selbst die großen Parteien Spaniens sind sich hier uneinig. PP will gestrauchelte Parteimitlieder nicht automatisch ausschließen, dafür sei ja schließlich die Justiz zuständig. Die PSOE verspricht dagegen hartes Durchgreifen.
Die Zukunft wird es uns zeigen. Tatsache ist, dass sich etwas bewegt, denn nie zuvor wurden derart viele Fälle in so kurzer Zeit aufgedeckt.

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