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Deutsche Botschaft und Konsulate in Spanien


23:55 Donnerstag 21. August 2008

Klimawandel

Spanien wird in Europa am stärksten betroffen sein

Bis zum 17. November debattierten im kenianischen Nairobi auf der UN-Klimakonferenz 189 Staaten über die Erderwärmung. Doch es kam wie nicht anders zu erwarten: Ergebnisse, welche der Dramatik der Situation angemessen wären, kamen nicht zustande.
Bitter für Spanien, denn hier können die Klimaveränderungen ganz besonders beobachtet werden. Die iberische Halbinsel insgesamt, so sagen die Klimaforscher voraus, wird in Europa vom Klimawandel am stärksten betroffen sein. So ergab sich im November die absurde Situation, dass die regenreiche nordspanische Region Kantabrien erneut von einer Dürre beherrscht wird. Anfang November musste die zweite Stufe der Beschränkungen beim Verbrauch von Trinkwasser in Kraft gesetzt werden.
Ähnliches berichten die Nachbarn in Asturien oder im Baskenland. Durch die Picos de Europa, eine bis zu 2.648 Meter hohe Gebirgskette, die im geringen Abstand zum Atlantik verläuft, schien die Wasserversorgung stets gesichert. An ihr stauen sich die feuchten Luftmassen, die vom Meer kommen und regnen hier meist ab. Doch das passiert immer seltener.

Heftige Regenfälle im Oktober haben die Lage im gesamten Land zwar nun wieder etwas entspannt, aber die Lage bleibt ernst. In den besonders von der Dürre betroffenen Regionen um den Fluss Segura und Jucar sind die Stauseen trotz der Regenfälle nur zu 9,5 % und 12,5 % gefüllt, während sie insgesamt im Durchschnitt wieder bei 46 % liegen. Doch auch wegen der starken Niederschläge im Oktober sind die Meteorologen besorgt, denn sie sind unüblich. Lag die Niederschlagsmenge seit 1930 im Oktober durchschnittlich bei 68,8 Litern pro Quadratmeter, lag sie in den beiden zurückliegenden hydrologischen Jahren mit 83,1 und 93,2 Litern pro Quadratmeter weit darüber und jeweils folgten extreme Dürrejahre. 

Auch der Generalsekretär für Klimaschutz im Umweltministerium, Arturo Gonzalo Azpiri, hat neue Daten. Nach denen liege die spanische Hauptstadt Madrid schon im Fieber, weil sich das Klima bereits verändert hat. “Eine Studie der Universität von Kastilien-La Mancha, durchgeführt von 400 Experten vom Nationalen Meteorologischen Institut, kommt zum Ergebnis, dass die Temperatur am Ende dieses Jahrhunderts in Madrid im Sommer zwischen fünf und sieben Grad höher liegen wird und im Winter zwischen drei und vier”, berichtete Azpiri. “Das”, fügte er an, “sind die höchsten Voraussagen in ganz Europa.” Im Umfeld von Madrid führte er als Beispiel das Dorf Navacerrada an, das auf 1.200 Metern über dem Meeresspiegel oberhalb von Madrid in der Sierra de Guadarrama liegt. “Von 1971 bis heute haben sich die Schneetage um 41% reduziert und die Niederschläge insgesamt um 27 %, während die Temperaturen steigen.” 

Pünktlich zum Klimagipfel in Nairobi hatte Spaniens Umweltministerin eine frohe Botschaft zu vermelden. Dieses Jahr könnte der Ausstoß an Treibhausgasen erstmals geringer ausfallen, sagte Cristina Narbona. Allerdings lässt die zurückhaltende Wortwahl vermuten, dass sie ihren eigenen Worten nicht wirklich über den Weg traut. Sie sagte nur: “Es scheint, dass sich die Emissionen von Treibhausgasen erstmals abbremsen würden.”
Warme Festtage wünscht Ihnen

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