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Deutsche Botschaft und Konsulate in Spanien


12:18 Dienstag 6. Januar 2009

Was macht das Weihnachtsfest so feierlich?

Als Kinder haben wir unsere Mutter ungeduldig gefragt:“ Wann ist endlich  Weihnachten?“ Das Jahr erschien uns unendlich lang und bis zum Weihnachtstag vergingen ganze Ewigkeiten.
Keine Frage, das Weihnachtsfest ist das schönste Fest des Jahres, welches im Kreise der Familie gefeiert wird. Es bezaubert uns der Duft nach frischen Plätzchen, Geruch der Tannennadeln und der Genuss von Nüssen und vielen Leckereien. Nicht zu vergessen die Geschenke zu Weihnachten, denen wir entgegen fiebern, der Glanz  von Kerzen und Lametta, die warme Stube bei Eiseskälte draußen und die gute Musik.

Am Heiligen Abend gehen wir in die Kirche und sind gerührt von der Darstellung des Krippenspieles. Eine heile Welt tut sich uns auf – wenigstens für den Moment. Bald holt uns aber die Gegenwart wieder ein – das alltägliche Leben hat uns dann wieder mit seinen Nöten und Kämpfen, Hoffnungen und Enttäuschungen.
Weihnachten – ein kurzer Trip aus der Realität?
Schmerzvoll bleiben die unerfüllten Wünsche und Sehnsüchte zurück. Ach, könnte doch nicht immer Weihnachtsstimmung sein?
Genau betrachtet erzählt uns die Weihnachtsgeschichte in der Bibel nichts von romantischer Feierstimmung und golden glimmender Kulisse. Die hochschwangere Maria mit Joseph ohne  Obdach, der nach der Weltmacht strebende Kaiser Augustus und die grenzenlose Ausbeutung der besetzten Gebiete durch die Römer lassen wohl keine weihnachtlicher Stimmung aufkommen. Zukunftsangst und der Kampf ums nackte Überleben prägen das Tagesgeschehen, Terror und Gewalt sind gegenwärtig.
Was wohl ist an der Weihnachtsgeschichte so weihnachtlich?
Der Engel verkündet den Hirten auf dem Felde: „ Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allen Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“

Der Sohn Gottes mitten im Elend dieser Erde! Auf der Ebene der Unterdrückten, Verfolgten und Benachteiligten! Er nimmt Anteil an ihren Schicksal und wird ein Teil von ihnen – von uns – in der alltäglichen Auseinandersetzung des Lebens. Dieses unscheinbare Kind im Stall als die Hoffnung für die ganze Welt, als das Licht in der Finsternis, wird nicht untergehen und auch nicht aufgehen in den Ungerechtigkeiten dieser Welt, sondern  dieselben überwinden.

Krippe und Kreuz gehören untrennbar zusammen. Die Botschaft der Engel zu Weihnachten erfahren ihre letzt gültige Erfüllung im Auferstandenen. Die Weihnachtsfreude und der Friede sind ohne Ostersonntag (der Tag der Auferstehung) in Anbetracht widrigster Lebensumstände nicht auszuhalten.
Weihnachten bedeutet das Eingreifen und Handeln Gottes an uns Menschen. Gott selbst wird Mensch. Er wird einer von ihnen – von uns. Sein Leidensweg (Passion) und seine Überwindung des Bösen weisen uns den Weg in die Freiheit der Kinder Gottes.
Die Engel in der Weihnachtsgeschichte wissen um diesen Ausgang  und jubeln schon vorab im Himmel: „ Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seiner Gnade.“
Genau das macht Weihnachten zu einem Fest, welches sich zu feiern lohnt.
Eine gesegnete Adventszeit und ein schönes Weihnachtsfest wünscht ihnen
Ihr evangelisches Pfarramt an der Costa del Sol

i. A. Günther Tittmann

das aktuelle spanienmagazin wünscht allen Lesern, Freunden und Kunden ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest sowie ein glückliches und erfolgreiches Neues Jahr.



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