Teil 2: DiagnosefindungDem erfahrenen Orthopäden sollte es möglich sein die Ursache der Schulterschmerzen durch genaues Erfragen von Tätigkeit, Sport oder Arbeit festzustellen und so herauszufinden, welche Bewegungsabläufe gestört, welche Struktur ggf. überbelastet oder gar gerissen ist. Besondere Kenntnisse über die Techniken der jeweiligen Sportart oder die Arbeitsabläufe der entsprechenden Tätigkeit sind hier unabdingbar.
Wurde der Schulterschmerz, wenn er nicht eindeutig auf einen Unfall mit Bruch des Knochens oder Verrenkung (Auskugeln) der Schulter einherging, früher gerne unter dem Oberbegriff globaler Schulterschmerz (Periarthritis) geführt, so ist man in den letzten Jahren durch bessere Untersuchungstechniken, Ultraschall und Kernspinnuntersuchungen immer besser in der Lage die Diagnosen sehr genau zu stellen und somit die Therapie zielgerechteter zu gestalten.
Da kaum ein Gelenk des menschlichen Körpers so vielfältig in seiner Schmerzausstrahlung ist, ist es besonders wichtig die schmerzauslösende Struktur genau zu differenzieren.
Hier hat in den letzten Jahren besonders die Ultraschalltechnik, durch enorm verbesserte Gerätetechnik mit besserer Auflösung der Weichteilstrukturen, einen besonderen Stellenwert eingenommen.
Gerade bei der Schulter ist es wichtig eine Methode anzuwenden, welche es erlaubt den sich bewegenden Arm (real time) zu untersuchen, um kleine Muskelrisse oder gar kleinste, im Röntgen noch nicht sichtbare Verkalkungen, zu finden.
Auch die häufigste Ursache des nicht unfallbedingten Schulterschmerzes, die Schleimbeutelentzündung des Schulterdaches, ist hier schnell gefunden.
All diese Erkrankungen sind im Röntgenbild nicht zu sehen.
Um Knochen und Weichteile optimal gemeinsam beurteilen zu können, steht uns mit der Kernspinnuntersuchung eine hervorragende statische Methode zur Verfügung, welche aber auch sehr kostspielig ist und nur nach exakter Voruntersuchung mit exakter Fragestellung angewendet werden sollte.
Erst wenn es durch eine geschickte Untersuchungen gelungen ist, eine genaue Diagnose zu erstellen, kann eine individuell abgestimmte Therapie folgen.
Nächsten Monat Teil 3: Therapieansätze
Dr. W. Schmitt
Facharzt für Orthopädie,
orthopädische Chirurgie
Avda. Duque de Ahumada, 7-2 a/b
Marbella