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Dr. W. Schmitt |
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Teil 3: TherapieansätzeDie Behandlung von Schulterschmerzen basiert auf Therapien, die direkt auf die jeweilige Diagnose abgestimmt sind. Die meisten Schultererkrankungen können zunächst konservativ behandelt werden. Da das Schultergelenk sehr schnell zum Einsteifen neigt, ist hier ein Hauptaugenmerk auf eine die Bewegung verbessernde Physiotherapie zu richten. In vielen Fällen muss diese Therapie gerade am Anfang durch Medikamente, sei es in Spritzen oder Tablettenform, unterstützt werden.
Es gilt der Grundsatz: den Schmerz durchbrechen und die Beweglichkeit verbessern. Bei lang vorbestehender Schmerzsymptomatik kann sich eine solche Therapie oft über Wochen hinziehen. Hier sind geduldige Patienten und Ärzte gefordert. Auch ist es in dieser Phase wichtig technische Mängel beim Sport (z.B. Golf, Tennis, Schwimmen) abzustellen. Eine reibungslose, harmonische Zusammenarbeit zwischen Orthopäde und Physiotherapeut ist zu diesem Zeitpunkt zum Wohl des Patienten zwingend erforderlich.
Da die Schulter aufgrund ihrer komplexen Bewegungsabläufe und Anatomie ein recht kompliziertes Gebilde ist, gilt es unbedingt bei Problemen einen spezialisierten Arzt zu konsultieren. Insbesondere wenn der Schulterschmerz nicht konservativ zu beherrschen ist, sondern operiert werden muss, ist es unabdingbar einen Orthopäden aufzusuchen, welcher mit allen modernen operativen Techniken bewandert und erfahren ist.
Gerade in den letzten 10 Jahren hat sich diesbezüglich vieles verändert. Im Zeitalter der Schlüssellochchirurgie (Arthroskopie) ist es möglich geworden Schultererkrankungen, die früher offen operiert wurden, mittels Arthroskopie durch kleine Eingangslöcher mit Hightech Instrumenten zu operieren. Selbst angeborene Instabilitäten können heute durch diese miniinvasiven Techniken operiert werden. Diese gewebeschonenden Verfahren haben den Hauptvorteil, dass durch kleinere Narben und Muskelverletzungen eine schnellere Rehabilitation möglich ist und somit Beweglichkeit, Kraft und vor allem Schmerz besser kontrollierbar werden. Diese Methoden stellen oft eine hohe Anforderung an den Operateur und erfordern viel Erfahrung.
Auch in der Schulterprothetik hat sich durch verbesserte Materialien, Implantationstechniken und besseres biomechanisches Verständnis in den letzten Jahren einiges geändert.
Bedingt durch hohe Scher- und Druckkräfte waren implantierte Schulterprothesen in der jüngeren Vergangenheit oft in ihrer Haltbarkeit limitiert. Verändertes Prothesendesign, variable Prothesenköpfe und verbesserte Implantationstechniken machen es möglich, dass implantierten Systeme heute oft jahrelang nicht gewechselt werden müssen.
Sogar bei einem Verlust der schulterkopfführenden Muskulatur und einer fast vollkommenen Funktionsunfähigkeit der betroffenen Schulter verfügt man heute über Prothesensysteme, welche andere Muskelgruppen zur Funktion nutzen, so dass durch den Einbau eine respektable Kraftentfaltung und Beweglichkeit zurückgewonnen wird.
Um alle diese modernen Verfahren sinnvoll nutzen zu können, erfordert es neben einem erfahren Operateur eine ausgefeilte Logistik, zuverlässige Lieferanten, gut ausgebildete Schwestern und perfekt geschultes Personal. Dieses vorausgesetzt, benötigt man eine Klinik auf hohem hygienischen Standard, mit allen technisch notwendigen Installationen.
Doch selbst diese optimalen Bedingungen garantieren kein erfolgreiches Ergebnis, solange die Nachbehandlung mit geeigneten Therapeuten in geeigneten Einrichtungen nicht gewährleistet ist. Fast jedes Operationsergebnis kann durch eine schlechte Nachbehandlung zu Nichte gemacht werden.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Schultererkrankungen eine besondere Herausforderung für Arzt und Therapeuten bedeuten. Mit modernen diagnostischen Verfahren lassen sich heute viele Erkrankungen genau eingrenzen und folglich ein exaktes Therapiekonzept, sei es operativer oder konservativer Natur, entwickeln.
Da gerade bei Behandlungen von schmerzenden Schultern die Mitwirkung des betroffenen Patienten besonders wichtig ist, muss der jeweilige Patient genau über Art und möglichen Verlauf seiner Erkrankung aufgeklärt werden, da in vielen Fällen erst seine kontinuierliche Mitarbeit durch häusliche Übungen und Geduld den Therapieerfolg sichern.
Nähere Informationen können jederzeit beim Verfasser erfragt werden.
Dr. W. Schmitt
Facharzt für Orthopädie, orthopädische Chirurgie
Avda. Duque de Ahumada, 7-2 a/b - Marbella