das aktuelle spanienmagazin für die Costa del Sol und Costa de la Luz, Spanien
Startseite
Kontaktieren Sie unsFavoriten hinzufügen

Deutsche Botschaft und Konsulate in Spanien


04:02 Freitag 25. Juli 2008

Ein Leben für die Geschwindigkeit

Carlos Sedano

Legends Cars-Weltmeister

Von Sarah Weik

Auf den ersten Blick wirkt das Auto wie ein etwas zu groß geratenes Kinderspielzeug. Bei einer Höhe von gerade einmal 1,20 m und einer Länge von 3,20 m erwartet man bei einem Legend Car wohl eher eine Fernsteuerung, als einen Fahrer im kompletten Rennoutfit. Doch der Anschein täuscht. Unter der Motorhaube befindet sich das Herz eines richtigen Rennwagens: Ein 1300 cc Yamaha Motor, 180 PS auf nur knapp 500 kg – in 3,7 s flitzt der Kleine mit 100 km/h über die Rennstrecke.
Carlos Sedano ist es gewohnt, dass sich jeder erstmal über die unglaubliche Größe seines Rennwagens wundert. „Die meisten fangen an zu lachen“, erzählt er und grinst. Er nimmt es niemandem übel. Man merkt ihm den Spaß an, den er mit seinem Legend Car auf der Rennstrecke hat. „Jeder Mann braucht schließlich sein Spielzeug“, schmunzelt er. 

Der Malagueño ist der derzeit weltweit beste Pilot in der Rennserie Legends Cars. Eine Serie, die Anfang der 90er in den Vereinigten Staaten entstand. Die Besitzer und Organisatoren von NASCAR, der wichtigsten Motorsportliga in den USA, wollten Piloten, die nicht das notwendige Budget hatten um eine komplette Rennsaison zu absolvieren, eine Alternative bieten. Einen Rennwagen, der erschwinglich ist, niedrige Betriebskosten hat, aber dennoch seinen ganz eigenen Reiz besitzt. So entstanden die Legends Cars, eine Hommage an die Nascars, die in den 1930er Jahren ihre Zirkel auf den Rennstrecken der USA drehten – allerdings in kleinerem Maßstab.
 
“Legends Cars hat nicht nur für die  Fahrer, sonder auch für die Zuschauer einiges zu bieten”, so der Weltmeister. Entspannung und Miteinander im Fahrerlager, Aktion und Adrenalin pur auf der Rennstrecke, bei den Legends Cars steht vor allem der Spaß und die Show im Vordergrund.
Gründe dafür, warum die Rennserie nach den Vereinigten Staaten und Großbritannien nun auch den restlichen europäischen Markt erobert und schon in ihrem ersten Jahr in Spanien für Furore sorgte. 2007 sollen auch in Deutschland die ersten Legends Cars auf den Rennstrecken im Land unterwegs sein.
 „Ursprünglich bin ich aus rein ökonomischen Gründen bei Legends Cars gelandet“, erzählt Sedano, „wo sonst hat man die Möglichkeit für nur 22.000 Euro in der Saison an einer Rennserie teilzunehmen.“ Doch mittlerweile hat er Feuer gefangen. „Das Fahrerlebnis ist einfach einmalig und spektakulär“, schwärmt der Malagueño. Gleich die erste spanische Meisterschaft im Jahr 2005 konnte Sedano für sich entscheiden. Als nationaler Meister qualifizierte er sich so für die Weltmeisterschaft Ende letzten Jahres in San Francisco. 

„Eigentlich sprach alles gegen mich“, erzählt Sedano. Er ging mit einem völlig unbekannten Wagen an den Start und war weder mit der Strecke, noch mit dem speziellen Regelwerk in Amerika vertraut. Umso bemerkenswerter ist es, dass er im Geburtsland der Rennserie weitaus erfahrenere Piloten hinter sich lassen konnte. „ Unter diesen Bedingungen in Amerika Weltmeister zu werden, war ein ganz besonderes Erlebnis“, so Sedano. 

Mit 21 Jahren kam Carlos Sedano  zum Motorsport und nahm, zuerst auf dem Motorrad, dann mit dem Auto, an verschiedenen Kurz- und Langstreckenrennen teil. Jedoch nie als Profisportler und muss so auch immer aus eigener Tasche für die Kosten aufkommen. Obwohl Legends Cars die mit Abstand billigste Rennserie ist, ohne Preisgeld und Sponsoren bedeutet eine Saison für den Piloten einen enormen finanziellen Aufwand. Dabei hält Sedano die Saisonkosten schon auf einem Minimum. Ohne Sponsoren wird es für ihn nicht möglich sein noch weitere Jahre mit seinem Chevy Sedan von Erfolg zu Erfolg zu fahren.

Download Artikel in PDF



Adobe Reader für PDF hier gratis downloaden


das aktuelle spanienmagazin · +34 952 547 020
Urb. El Tomillar · Avda. del Sol, 6 · 29740 Torre del Mar