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14:30 Dienstag 2. Dezember 2008

Wenig invasive Methode mit großer Wirkung

Dr. W. Schmitt
Dr. W. Schmitt
Die Arthroskopie

Die Arthroskopie ist in der Behandlung von Erkrankungen der Gelenke nicht wegzudenken. Fast alle Operationen, die früher eine weite Eröffnung des Gelenkes verlangten, werden heute mit dieser Technik behandelt. Neben dem Knie werden fast alle anderen Gelenke des Menschen mit den kleinen Kameras und den Mini-Instrumenten erreicht. Bekannt sind vor allem Spiegelungen der Schulter, Ellenbogen  und des Sprunggelenkes. Die Arthroskopie kann ambulant oder stationär erfolgen. Für jüngere Patienten ohne schwerwiegende Schäden, die auch von zuhause eine effektive Krankengymnastik durchführen können, ist sicherlich die ambulante Operation eine interessante Möglichkeit. Ältere Patienten oder Menschen mit schweren Gelenkschäden können jedoch durchaus von einer stationären Behandlung, bei der eine engmaschige Kontrolle und eine schnelle einsetzende Krankengymnastik erfolgt, profitieren.
Nach dem Eingriff ist ein krankengymnastisches Übungsprogramm unverzichtbar, um die Funktion des Gelenkes zu verbessern oder wieder herzustellen. Bei größeren Schäden muss sich auch eine Entlastung des Gelenks durch Laufen an Gehstützen anschließen.

Kniegelenk
Die Spiegelung des Kniegelenks ist am weitesten verbreitet, da die therapeutischen Optionen hier ganz besonders groß sind und durch die räumlich Größe des Gelenks viele Techniken einsetzbar sind. Bekannt sind die Meniskusoperationen, die von der Glättung des Meniskus über die Entfernung veränderter Anteile bis zur Naht des Meniskus alle Verfahren als Minimaleingriff möglich machen und meist eine bessere Übersicht über die Menisken erlauben, als die offenen Verfahren. Auch zur Glättung von Knorpelschäden oder Knorpelverpflanzungen, Schleimhautverkleinerungen und Gelenkkapselspaltungen genügt die Arthroskopie oft allein.

Auch größere Eingriffe, wie Kreuzbandersatz und Knorpeltransplantationen, werden mit Unterstützung durch die Arthroskopie oder sogar komplett arthroskopisch durchgeführt.
Die Technik der Arthroskopie verlangt eine ruhige Hand und einen Operateur mit gutem Orientierungssinn. Als erstes wird das Kniegelenk mit einer speziellen Flüssigkeit aufgefüllt, danach werden Kamera und Instrumente eingeführt. Von den Standardzugängen rechts und links unterhalb der Kniescheibe lassen sich fast alle Abschnitte des Gelenks ansehen und austasten. Der große Vorteil der Arthroskopie liegt in der Möglichkeit, die entdeckten Erkrankungen im gleichen Eingriff zu beheben. Der Eingriff wird oft in Rückenmarknarkose ausgeführt.

Auch neuere Verfahren zur Behebung von Knorpelschäden wie Implantation von mit Wachstumsfaktoren versetzen Implantaten können arthroskopisch durchgeführt werden.
Leider werden bei Patienten hier oft falsche Hoffnungen geweckt da diese Verfahren oft nur bei jungen Patienten mit kleinen, umschriebenen Knorpelschäden sinnvoll sind und bei älteren Patienten oft ein wesentlich größerer, globaler Knorpelschaden im Knie vorliegt.
Beiträge zur arthroskopischen Chirurgie von Schulter, Ellenbogen, Sprunggelenk und Hüfte folgen.

Dr. W. Schmitt
Facharzt für Orthopädie, orthopädische Chirurgie
Avda. Duque de Ahumada, 7-2 a/b - Marbella

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