Das Flamenco Tanz Museum (Museo del Baile Flamenco, mbf) wurde im April für das Publikum geöffnet. In diesem Zeitraum konnte es Besucher aus über 60 Ländern empfangen, die den Museumsbesuch überaus genossen. Kommentare unserer Besucher, wie “Wunderschön, ein Gewinn für Sevilla”; “Sehr, sehr eindrucksvoll und hat fast nichts mit Museum zu tun, sondern mit einer wundervollen Erfahrung”, stellen das mbf immer mehr als eines der schönsten Museen Andalusiens dar. “The best Museum ever”, so einer unserer englischen Gäste.
Das Flamenco Tanz Museum ist im Herzen der Altstadt Sevillas gelegen, fünf Gehminuten von der Kathedrale. Seine zeitgenössische Architektur gibt dem Stadtpalast aus dem 18. Jahrhundert ein besonderes Flair, das von den es besuchenden Architekten aus aller Welt überaus gute Noten erhält. In der Verbindung einer modernen architektonischen Sprache mit dem traditionellem Kulturgut Andalusiens, dem Flamenco, liegt einer der Reize des Flamenco Tanz Museums.
Das Museum hat sich zum Ziel gesetzt, Verständnis und Verstehen für den Flamenco zu schaffen, der immer mehr als die kulturelle Achse und Identität Andalusiens verstanden wird. Flamenco, so der didaktische Hintergrund des Museums, darf nicht als Folklore, sondern als lebendiger Kunst- und Kulturausdruck des Landes verstanden werden, der nicht von einer Minderheit, sondern von nahezu allen Bevölkerungsschichten bei nahezu jeder Gelegenheit praktiziert wird.
Im Flamenco Tanz Museum erfährt man nicht nur die kulturellen Ursprünge des Flamencotanzes, die auf die ersten Einflüsse der seefahrenden Phönizier zurückgehen, sondern lernt auch die Basisrythmen des Tanzes kennen. Von den mehr als sechzig Stilen kann man nur einen kleinen Teil tanzen, die anderen sind musikalisch so komplex, dass man sie nur singen oder auf der Gitarre spielen kann. Von den tanzbaren Rhythmen hat das Museum die sieben wohl bekanntesten ausgewählt und stellt sie leichtverständlich vor. Aber der Besucher erfährt auch etwas über die soziale Entwicklung des Tanzes, von den andalusischen Hinterhöfen über die Gesangs-Cafés (Cafes Cantantes) bis hin zum Film und zu den modernen Choreographien, lernt Figuren aus der Flamencotanzgeschichte kennen und kann auch Ausstellungen genießen. Sein Besuch ist daher nahezu ein “Muss” für alle , die die andalusische Identität und Kultur näher kennen lernen wollen.
Dieser Überzeugung ist auch der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Herr Wolf-Ruthard Born, der das Museum im Herbst 2006 besucht hat und es seither begeistert weiterempfiehlt.
Das hochmoderne Museum ist in der Museumslandschaft Andalusiens ein einzigartiger Fall, da es ein rein privates Museum ist, getragen von der Familie Cristina Hoyos, der wohl bekanntesten Flamencotänzerin und Choreographin Spaniens. Frau Hoyos ist nicht nur die Flamencokünstlerin mit den international meisten Kulturpreisen, sondern ihr Flamencoballet ist das bist jetzt einzige , das in der Pariser Oper auftreten konnte. Zur Zeit ist Frau Hoyos Leiterin des andalusischen Landesballets.
Zudem hat das Museum auch einen engen Bezug zu unserer deutschen Kultur und Museologie. Nicht nur, dass das Konzept unter Mithilfe von Dr. Kurt Grötsch entwickelt wurde und er auch der Leiter für Kommunikation und Entwicklung des Museums ist, auch die Einbindung deutscher Künstler zur Umsetzung des Flamencos in andere Kunstformen wird gefördert. Herr Dr. Grötsch kam 1987 nach Spanien, wo er zunächst die Leitung der dem Goethe-Institut angeschlossenen Tandemschulen in Madrid hatte. Seit 1993 ist er allerdings im Kultur-und Freizeitmanagementbereich tätig, Gastdozent an Universitäten wie Bilbao, Innsbruck, Barcelona etc. und war an dem Nachnutzungsmodell der Expo ´92 in Sevilla, sowie im Projekt der Expo 2000 in Hannover beteiligt.
Auch für deutsche Künstler ist das Museum offen. Zur Zeit ist Sophie Mühlenburg, Malerin aus München, zu Gast. Sie malt nicht nur im Offenen Atelier des Museums, sondern stellt ihre spektakulären Werke auch in dessen Patio aus. Frau Mühlenburg gelingt es in außerordentlicher Weise, die Dynamik und Kraft des Flamencos in Bilder zu fesseln, die derzeit im Museum ausgestellt werden. Außerdem wird momentan eine Fotoausstellung “Deutsche Augen sehen Flamenco” vorbereitet, an der das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland mitwirkt.
Das Museum hat zur Osterwoche und der berühmten “Feria de Abril” ein Sonderprogramm vorbereitet, so dass sich ein Besuch des Flamenco Tanz Museums in der Altstadt Sevillas auf jeden Fall lohnt. Das Museum ist täglich von 9.30 h bis 19.00 h geöffnet.
Museo del Baile Flamenco
C/ Manuel Rojas Marcos, 3 - 41004 Sevilla
Tel.: 954.34.03.11 - www.museoflamenco.com