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Deutsche Botschaft und Konsulate in Spanien


08:08 Sonntag 6. Juli 2008

Paradies für Möchtegerne?

Reaktionen

Selten hat ein Editorial so viel Staub aufgewirbelt wie letzten Monat. Hab´ ich etwa in ein Wespennest gestochen? Wieder einmal hat es sich gezeigt, dass nur durch Provokation eine Reaktion zu erzielen ist.

Einige wenige heulten auf, waren geradezu entsetzt. „Wie kann man so was schreiben? Das kann man vielleicht denken, aber schreiben und auch noch abdrucken? Nein, was für eine Nestbeschmutzung“. Bedauerlich, dass  so gut wie kein Kritiker seinen Namen nannte und noch bedauerlicher, dass fast keiner den Mumm hatte, mit mir persönlich darüber zu sprechen. Immerhin war ich der Verfasser der „Sauerei“. Es versteht sich von selbst, dass ich zu anonymen Anrufen und E-mails keine Stellung nehme. Feiglinge, die andere vorschieben, um meine Mitarbeiter zu beschimpfen, gehören in die selbe Schublade wie die beschriebenen Möchtegerne. Sie fühlen sich zurecht angesprochen, verstecken sich, da sie etwas zu verbergen haben.

Doch die Masse der Leser dachte anders. „Endlich traut sich mal einer zu schreiben, was wirklich hier los ist. Weiter so, nennen Sie die Kinder ruhig beim Namen.“ „Eine totale Untertreibung, es ist noch viel schlimmer wie beschrieben“.
Besonders viele schienen Gernemund erkannt zu haben. Anscheinend machen mehrere dieser Gernemunds die Küste unsicher, die „gerne den Mund zu voll nehmen“ und nie halten, was sie versprechen, deren Sprüche wie Seifenblasen zerplatzen.

Auch die Gebrantes sind weit verbreitet, sogar in Deutschland will ein Leser einen getroffen haben. In Conil, Torre del Mar, Marbella, Granada und Roquetas de Mar wurde Gebrante bei seinen Geschäften ertappt. Es scheint viele dieser Immobilienkünstler zu geben, die „gebrannte“ Kunden hinterlassen.
Wer da denkt, dass mit Artikeln dieser Art dem Tourismus geschadet wird, der irrt gewaltig. Bis heute habe ich keinen Besucher kennengelernt, der nach Spanien kommt in der Annahme, hier sei die Welt noch heil und unverdorben.

Schwarze Schafe gibt es überall, auch in Deutschland, wo die meisten unserer Leser herkommen. Doch hier an der Costa del Sol, wie natürlich auch im Rest der Urlaubsregionen Spaniens, bestehen ganz außergewöhnliche Voraussetzungen, um vor allem die eigenen Landsleute abzuzocken. Zuviel Sonne, Alkohol und mangelnde Sprachkenntnisse treiben zahlreiche Besucher und Residenten in die Fänge skrupelloser Möchtegerne.
Das Paradies, wo immer nur die Sonne scheint und um das die Ganoven einen großen Bogen machen, gibt es nicht. Nicht hier, nicht anderswo!

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