das aktuelle spanienmagazin für die Costa del Sol und Costa de la Luz, Spanien
Startseite
Kontaktieren Sie unsFavoriten hinzufügen

Deutsche Botschaft und Konsulate in Spanien


12:28 Donnerstag 8. Januar 2009

FUSIONITIS - Vor- und Nachteile

In den letzten Wochen und Monaten verging kaum ein Börsentag, an dem nicht eine Fusion bekannt gegeben wurde, oder zumindest die Nachricht, es gäbe Gespräche zwecks Übernahme. Geht es um kleinere Firmenzusammenführungen oder um Elefantenhochzeiten, wie zuletzt im Bankenbereich zwischen Barclays und ABN Amro, eins haben alle diese Deals gemeinsam: sie treiben die Weltbörsen nach oben.

Einerseits werden bei den meisten Zukäufen Prämien auf den geltenden Marktpreis gezahlt, und nähren das Gefühl, die Aktien seien insgesamt unterbewertet, zweitens schüren sie den Konjunkturoptimismus, weil der ist letztlich ja auch in den Köpfen von den Leuten vorhanden, die teilweise Milliarden auf den Tisch legen, um noch mehr Wachstum und Einkommen zu generieren. Auch die so unter Beweis gestellte massiv vorhandene Liquidität ist den Aktienmärkten im Prinzip zuträglich.
Fusionitis ist also für den Aktieninvestor insgesamt ein positives Phänomen. Wie aber verhält es sich für den direkt betroffenen Aktionär? Derjenige, der Aktien des Übernommenen hält, wird diese normalerweise ja zumindest mit der gebotenen Prämie los, sobald die Transaktion unter Dach und Fach ist. Für ihn bleibt nur zu hoffen, dass die Übernahme sich zum Feuilleton entwickelt, wie etwa 2006 der Kauf der Arcelor durch Mittal Steel, oder in etwa das aktuelle Tauziehen um die spanische Endesa, wo ständig neue Interessenten auftauchen und den Preis nach oben ziehen. Anders verhält es sich da schon für den, der die Papiere des Übernehmers im Portfolio hat. Meist wird dessen Aktie bei Bekanntnahme des Mergers erst mal mit einem satten Abschlag quittiert. Kann der Käufer nämlich den Analysten nicht von vornherein klarmachen, dass der Zukauf vom ersten Tag an zu höheren Gewinnen beisteuern wird, wird er als verwässernd angesehen, und der Preis dementsprechend nach unten angepasst.

Schwierig wird es dann für den Investor, wenn die Geschichte gegessen ist. Dann stellt sich wie bei jeder gemeinen Hochzeit nämlich die Frage, ob beide Partner überhaupt füreinander gemacht sind. Das track record ist da eher negativ. Viele Fusion galten im nachhinein als eher schwierig. So stand zu lesen, dass bei Bayer und Schering der Zusammenschluss zunächst 6 Monate Stillstand gebracht hatte, da nur darüber diskutiert wurde, wer sich denn in der neuen Struktur wo wieder finden würde. Stillstand ist aber nun einmal fürs Geschäft nicht einträglich, und dürfte kommende Einkommen gefährden.

So gesehen ist der Aktionär wohl oft besser beraten, sich aus dem fusionierten Papier zu verabschieden und Ausschau nach dem nächsten Übernahmekandidaten zu halten.

Dexia Private Banking
Tel.: (+352) 621 194 703
www.dexia-privatebanking.com



Adobe Reader für PDF hier gratis downloaden


das aktuelle spanienmagazin · +34 952 547 020
Urb. El Tomillar · Avda. del Sol, 6 · 29740 Torre del Mar