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18:13 Samstag 6. September 2008

Ballermann ökologischer als Golfplätze und Ferienhäuser

Studie: Qualitätstourismus zerstört Mallorca

Im April kam mir eine Studie der Ruhr-Universität Bochum auf den Tisch, die zu dem Ergebnis kam, dass Golfplätze, Yachthäfen und Zweitwohnsitze - der so genannte Qualitätstourismus - die Umwelt der Insel Mallorca zerstört. Da sich diese Studie selbstverständlich auch auf andere Urlaubsregionen Spaniens, speziell die Costa del Sol, übertragen lässt, hier ein paar Auszüge. 

Demnach ist der örtlich begrenzte Massentourismus am “Ballermann” für die Umwelt der Insel sogar verträglicher, bilanziert der Geowissenschaftler Thomas Schmitt das Ergebnis seiner Langzeitstudie. “Der Qualitätstourismus ist geprägt von Golfanlagen, Zweitwohnsitzen und neuen Yachthäfen”, so Schmitt. Diese Anlagen würden riesige Mengen Wasser und Land verbrauchen. Die Folge: Es bleibt immer weniger Platz für ursprüngliche Lebensräume auf der Insel.

Dabei hatte sich die Inselverwaltung Anfang der 90er Jahre ganz bewusst dazu entschieden, eine neue Urlauber-Klientel auf die Insel zu locken. Unter anderem mit dem Argument, die Umwelt schonen zu wollen. Doch die neuen Gäste, die sich vor allem durch ein dickes Portemonnaie auszeichneten, verlangten eine entsprechende Infrastruktur. Die Folge: Golfplätze und Autobahnen wurden gebaut und die zahlreichen Ferienwohnungen wurden mit Poolanlagen versehen.

Doch wie kann auf Mallorca ein ökologisch sinnvoller Tourismus betrieben werden? “Das ist schwierig”, meint Thomas Schmitt. Denn schließlich sei die Insel wirtschaftlich von den Urlaubsgästen abhängig. Sein Tipp: “Man sollte in den bestehenden Urlaubsregionen Angebote schaffen, die auch die so genannten Qualitätstouristen anziehen.” Den Rest der Insel solle man in Ruhe lassen und ihn nicht weiter erschließen. Das könnte auch wirtschaftlich sinnvoller sein, so Schmitt: “Der große Unterschied zwischen traditionellem Massen- und neuem Prestigetourismus besteht darin, dass der Massentourismus sehr viel höhere Einnahmen bei gleichzeitig sehr viel geringerem Landschaftsverbrauch erzielt.”

Die Masse bringt mehr Geld als die Klasse? So die Meinung von Herrn Schmitt. Das kann ich nicht ganz glauben, es gibt eine Vielzahl von Statistiken, die das Gegenteil belegen. Das Hinterland nicht weiter erschließen? Das dürfte schwierig werden, denn auch die dort Lebenden wollen etwas vom Kuchen abhaben. Die Urlaubsregionen werden erschlossen, der Rest des Landes wird ein sogenanntes Museum des ursprünglichen Spaniens. Verlassene Dörfer wären schnell die Folge, werden doch die Einheimischen aus Mangel an Arbeit und Verdienstmöglichkeiten in die wohlhabenden Urlaubsregionen abwandern.

Dass beim Qualitätstourismus nicht alles Gold ist was glänzt wissen wir alle. Doch es muss auch andere Möglichkeiten geben, diesen in ökologische Bahnen zu lenken.

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