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Deutsche Botschaft und Konsulate in Spanien


04:20 Montag 13. Oktober 2008

Wie integriert sind die Deutschen in Spanien?

Immer mehr Deutsche leben, arbeiten oder verbringen mehrere Monate im Jahr in Spanien. Doch wie sieht es mit ihrem Wissen über ihr Gastland aus? Um dies zu erfahren hat der Verbraucherschutz Spanien – www.vsspanien.com – im vergangenen Halbjahr eine Online-Befragung durchgeführt, an der sich 690 Personen beteiligt haben. Es ging darum, unseren Landsleuten über ihr spezifisches Wissen zu spanischer Geschichte und aktueller Politik auf den Zahn zu fühlen und ihr Allgemeinwissen über Spanien und ihre spanischen Sprachkenntnisse zu testen.

Das Resultat sieht ganz gut aus. Man muss allerdings berücksichtigen, dass nur 16,2% der Deutschen als Rentner oder Privatiers hier leben, der überwiegende Teil also vor Ort seine Brötchen verdient. Mehrheitlich sind das Selbständige oder Freiberufliche (58,1%), also jüngere noch voll im Berufsleben stehende Personen. Das dürften die sein, die die Zahlen aus dem Dreck reißen.

Zwar meinen trotzdem noch an die 10% der Testteilnehmer, die beiden bekanntesten Parteien Spaniens seien die ganz Linken, doch die Mehrheit weiß, dass zur Zeit die Sozialistische Arbeiterpartei das Land regiert. Fast 10% sind ihrer Zeit voraus und meinen, das aktuelle Königspaar hieße Felipe und Letizia. Fast jeder Fünfte meint, Spanien habe 22 Millionen Einwohner. Das passt zu den 11,59% unserer Landsleute, die denken Deutschland sei flächenmäßig größer als Spanien.

Mehr als jeder Fünfte glaubt, der spanische Bürgerkrieg sei erst 1953 beendet worden und ein rätselhafter Juan Ruiz habe den „Don Quijote“ geschrieben. Lope de Vega ist für 7,25% ein Modezar - das sind sicher die 7,25% die denken, Barcelona sei die spanische Hauptstadt. Immerhin halten ja auch 37,68% Katalan für die Amtssprache, aber in allen diesen Fällen hat beruhigender Weise die Mehrheit der freiwilligen Testteilnehmer die richtige Antwort parat. Na also.

Wo allerdings Nachhilfe gebraucht wird ist bei Fragen der politischen und gesellschaftlichen Realität. Wohl deshalb wählten nur diskrete 8,5% der deutschen Residenten bei den letzten Kommunalwahlen mit. Bei Fragen wie z.B. was eine Comunidad Autónoma eigentlich ist tippt die Mehrheit auf Provinz statt auf Bundesland. Auch dass die Basken eine andere Sprache sprechen als die Galizier hätte ein Drittel nicht gedacht. Aber dass man sich morgens um 11 mit „buenos días“ begrüßt wissen dann wieder erfreulich viele, nur (!) 17,39% bleiben vorsichtshalber den ganzen Tag über beim „buenas tardes“. Trotzdem: 94,20% bestellen anschließend ihren Milchkaffee grammatikalisch einwandfrei, und auch die Tageszeitung verlangen 78,26% korrekt. Die deutsche natürlich.

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