Ferienwohnungsvermietung beklagt ausbleibende Gäste
Wer kennt sie nicht – diese Schilder, die an fast jedem zweiten Balkon hängen und Feriengäste anlocken sollen. Diesen Sommer sehe ich viel mehr Schilder als sonst um diese Jahreszeit. Auch sehe ich viel mehr Appartements mit zugezogenen Gardinen und leergeräumten Balkonen. Was ist los, wo sind die Touristen? Wo sind die Cordobesen, Sevillanos, Madrilenen? Wo sind die ganzen Spanier, die sonst im Sommer die Küste bevölkern und bei denen Mietappartements besonders beliebt waren?
Ganz einfach: Die Preise haben sie abgeschreckt. Für zwei Wochen Miete werden je nach Lage und Größe zwischen 1500,- und 4000,- Euro verlangt. Ein stolzer Betrag, der in keinem Verhältnis zum Gebotenen steht. Und hier rede ich nicht von Marbella, wo die Preise zwischen 3000,- Euro in einem normalen Stadtviertel und bis zu 10.000,- Euro an der goldenen Meile liegen können.
So ist es nicht verwunderlich, dass vor allem die auf Vermietung spezialisierten Büros und Immobilienagenturen von einem erschreckenden Rückgang der Reservierungen berichten. Doch jammern hilft da nicht weiter. Man kann nicht in zwei Sommermonaten die Mieteinkünfte für ein ganzes Jahr kassieren wollen, das verprellt selbst die treuesten Stammkunden.
Wer trotzdem auf die Annehmlichkeiten einer Ferienwohnung nicht verzichten möchte, der reduziert eben die Mietzeit, statt ein Monat werden nur noch 10 oder 14 Tage gemietet, oder, was gar nicht im Sinne des Erfinders ist, die Wohnung wird mit mehr Personen belegt als vereinbart. So sind Fälle, wo in einem kleinen 30 Quadratmeter-Appartement 6 oder mehr Personen „schlafen“, nicht gerade selten.
Andere ziehen den Service eines Hotels vor. Für diese überzogenen Forderungen lässt sich inzwischen auch ein Hotel finden, und das sogar „todo incluido“ – mit allem drum und dran. Keine Arbeit, kein Bettenmachen, kein Kochen – Mutti freut sich.
Fazit: „se alquila“ steckt in einer tiefen Krise. Eine Rückbesinnung auf Preise, die im Verhältnis zum Gebotenen stehen, ist dringend erforderlich. Man kann nicht weniger Umsatz mit einer Preiserhöhung beantworten.