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Deutsche Botschaft und Konsulate in Spanien


23:29 Mittwoch 15. Oktober 2008

Nordeuropäische Rentner unerwünscht?

Vor ein paar Tagen las ich in einer Online-Zeitung (20minutos.es) einen verblüffenden Beitrag einer Periodistin namens Mairelys Ramírez, der es wert ist, näher betrachtet zu werden. Anscheinend sind die Arbeitsbedingungen von Sra. Ramírez nicht die idealen, schaut sie doch wohl aus einem sehr kleinen, ihren Blickwinkel beeinträchtigenden Fenster in ihr Umfeld. Wie sonst könnte sie folgende Schlussfolgerungen ziehen:

„Die Europäer, die hier ihren Altersruhesitz haben, kosten uns mehr als sie uns bringen.“
„ Sie verbringen 10 Monate des Jahres hier und verbrauchen so viel Wasser und Energie, dass die Umweltbelastung größer ist als die Gewinne, die sie lassen.“
„Sie genießen 300 Tage das Klima, aber ohne zu arbeiten.“
„Wegen ihnen werden unsere unberührten Küsten zugebaut.“
„Mit ihrem Wasser- und Energieverbrauch, den Abfällen und ihrer Mobilität (sie haben 2 Autos pro Wohnung), verbrauchen sie viel mehr als der spanische Sommertourist mit seiner Ferienwohnung am Strand.“
„Die Gewinne mit ihnen sind sehr kurzfristig. Nach der Bauphase und dem Erwerb eines Eigentums geben sie fast nichts mehr aus. Zum Beispiel: Sie schaffen achtmal weniger Arbeitsplätze und zwölfmal weniger Einnahmen  wie Hotels oder andere vergleichbare Einrichtungen.“

Soweit ein paar Auszüge aus diesem Beitrag. Ich habe den Eindruck, Sra. Ramírez wird oder wurde von der Hotelbranche gesponsert, der die Residenten mit Eigentum schon lange ein Dorn im Auge sind. Oder sie hat wirklich ein sehr beschränktes Sichtfeld.

Glücklicherweise ist diese Meinung eine Ausnahme. Ich kenne viele Spanier, eindeutig die Mehrzahl, die von der Wichtigkeit gerade des Residententourismus überzeugt sind. Residenten geben nicht nur zum Erwerb einer Immobilie Geld aus. Sie leben und konsumieren in diesem Land, sie reisen und erkunden das Hinterland und die unbeschreibliche Kultur, die dort zu finden ist usw..  Tausende von Arbeitsplätzen hängen direkt und indirekt vom Residententourismus ab, viele Geschäftsleute und deren Familien leben davon. 

Vielleicht sollte Sra. Ramírez mal an die Küste kommen. Sie wird erstaunt sein, welche Umsätze der spanische Sommertourist macht.

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