Natalia Pietsch stellt mit Johan Wahlström in Puerto Banus aus
Emotionales, Expressives vermittelt „Explosion“ – in dem surrealistischen, abstrakten Bild der russischen Malerin Natalia Pietsch dominieren die Farben rot, blau und orange, großteils sehr kräftig, bisweilen aber auch zart, die Linien sind sehr klar. „Meine Bilder leben“, sagt die Künstlerin. Ganz anders die Kunstwerke des schwedischen Malers Johan Wahlström, der naiv-realistisch malt. Häuser in blau und orange dominieren, die Konturen sind verwischt, die Leute kaum zu erkennen. „Villagepeople“, so ein charakteristischer Name eines seiner Werke.
Von Simone Sälzer
aktuelle: Was hat Sie zum Malen gebracht? Was hat Sie inspiriert?
Natalia Pietsch: Vor allem mein Vater. Er hat Skizzen für Modedesign angefertigt. Wir haben überall gemalt, an den Wänden, auf Papier – es sind immer Stifte herum gelegen. Mit acht habe ich zwei Mal in der Woche eine Abend-Kunstschule besucht, vier Jahre lang. Dort habe ich Techniken wie Aquarell, Stillleben oder Bleistift-Zeichnungen gelernt. Vorbild für mich ist nur mein Vater. Mich inspirieren viele Stile und Richtungen, aber ich mache mir meine eigenen Ideen.
Johan Wahlström: Ich arbeite mit Kunst seit ich sechs Jahre alt bin. Ich habe drei kreative Wege eingeschlagen. Ich komponierte Pop- und Rockmusik und war in der Modebranche tätig. Seit zehn Jahren konzentriere ich mich aber auf das Malen. Ich orientiere mich vor allem an Wassily Kandinsky und Gabriele Munther. Mich inspiriert das tägliche Leben, ich male, was ich fühle.
aktuelle: Wie hat sich Ihr Malstil im Laufe der Jahre verändert? Was wollen Sie mit ihren Bildern vermitteln?
Natalia Pietsch: Mein Malstil ist in den vergangenen Jahren immer abstrakter geworden, anfangs habe ich viel figurativer gemalt. Rot, blau, gelb und orange dominieren. Aber ohne auf die Farben schwarz und weiß zu verzichten, die den Kontrast bestimmen. Mein Malen ist sehr lebensfroh, energisch und expressiv. Ich suche die Ideen nicht, die Bilder, Farben und Figuren entwickeln sich. Ich male sehr emotionell. Meist an drei bis vier Bildern gleichzeitig, sonst sehe ich das zu eng.
Johan Wahlström: Ich vermische fünf oder sechs verschiedene Perspektiven. Die Kirche beispielsweise ist viel kleiner als in der Realität. Während ich früher mehr Gesichter malte, dominieren vor allem in den vergangenen Werken Häuser und kaum erkennbare Menschen. Ich male, was ich fühle. Wie ein Kind, sehr naiv – zum Teil realistisch, bisweilen abstrakt.
aktuelle: Mit welchen Techniken arbeiten Sie?
Natalia Pietsch: Zur Zeit arbeite ich mit Acryl und Sand. Ich mag es, wenn die Farben klar sind, nicht so sehr verwischen. Die Silhouette, die Details fertige ich mit Sand, Linien und Reliefs sind charakteristisch für meine Bilder. Ich bearbeite auch die Kanten. Die Linien gehen oftmals auch an der Wand weiter. In den vergangenen Jahren habe ich mit Tusche, Aquarell, Pastell, Kohle und Tempera Guache gemalt – mit fast allem außer mit Öl. Den Geruch mag ich nicht.
Johan Wahlström: Ich mische alles in die Bilder, was ich in die Finger bekomme. Sei es Kaffee, Sand, Papierschnipsel, Gips, Erde oder gar kleine Steine. Es gibt keine Regeln, ich plane nichts. Ich habe eine Idee, aber weiß nicht, wie ich sie umsetze. Ich benutze eine Flasche als Pinsel, male Konturen mit Gabeln oder einfach mit meinen Händen. Ich fühle das Malen. Aber jeder Maler hat seine Geheimnisse, die verrate auch ich nicht. Hauptsächlich male ich aber mit Acryl.
aktuelle: Wo war es für Sie bisher am eindrucksvollsten zu malen?
Natalia Pietsch: In Spanien, seit sieben Monaten lebe ich in Marbella. Die Bedingungen sind hier am besten. Es gibt viel Licht, die Natur ist kräftig und das Umfeld ist dynamisch. Ich liebe die lockere, direkte und offene Art der Spanier. Zuvor habe ich in München und auf Sardinien gelebt. In Deutschland, wo ich auch elf Jahre als Schneiderin gearbeitet habe, habe ich nicht viele Chancen gesehen, mich weiter zu entwickeln. Mit meinem Lebenspartner bin ich vor drei Jahren nach Italien gegangen, um mich zu verändern. Aber auf Sardinien ist nur in den Sommermonaten was los.
Johan Wahlström: Licht, Garten oder Terrasse sind für mich unabkömmlich. Ich male am liebsten im Freien, bei gutem Tageslicht. Momentan an vier Bildern gleichzeitig. Wenn ich nicht reise, male ich jeden Tag. Je vier Monate lebe ich in Spanien, in den USA und Schweden. Ich brauche die Inspirationen des täglichen Lebens. Ich plane, demnächst ein Jahr nach China zu gehen, um dort neue Anregungen für meine Kunstwerke zu gewinnen.
aktuelle: Wo haben Sie bisher ausgestellt?
Natalia Pietsch: Mein erstes Bild, eine Frau im Mondlicht, hat ein bekannter Maler in München gekauft. Die ersten Bilder wurden auf Sardinien bestellt. Die Leute haben die Fotos in der Webgalerie (www.artenata.eu) gesehen. Ausgestellt habe ich bisher in Casinos in Riga und Warschau. Die vergangenen Monate in San Pedro im Passion Café und in der International Gallery. Das ist jetzt meine erste professionelle Ausstellung.
Johan Wahlström: Ich stelle bereits seit zehn Jahren aus, in Schweden, Spanien, Frankreich oder den USA. Meine nächsten Ausstellungen sind in New York und Miami.
Natalia Pietsch und Johan Wahlström stellen von 3. bis 14. August im Club de Mar, Muelle de Honor, in Puerto Banus aus.
Die Ausstellung ist täglich von 11 bis 13 Uhr und von 19 bis 1 Uhr geöffnet. Die Vernissage ist am Freitag, 3. August um 20 Uhr.
Weitere Informationen über die Künstler unter www.artenata.eu (Natalia Pietsch) und www.fineartamerica.com (Johan Wahlström).