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14:02 Dienstag 2. Dezember 2008

Die Pferderennen am Strand von

Sanlúcar de Barrameda

Auf eine sehr lange Geschichte –162 Jahre – blickt dieses offiziell zum internationalen Tourismusereignis erklärte Pferderennen nun schon zurück, und doch zeigt es keinerlei Ermüdungserscheinungen. Im Gegenteil, mit 24 Rennen und 200 Pferden ist es dieses Jahr attraktiver denn je.

Das Ereignis findet in zwei Teilen statt, zwischen denen ein paar Tage liegen. Die Erwartung vor Beginn der Rennen steigt, sobald an den sechs Renntagen nachmittags Ebbe eintritt. Die Gezeiten bestimmen sowohl die Daten, die jedes Jahr anders sind, als auch die Startzeiten. Vom 9. bis 11. und dann noch einmal vom 23. bis 25 August finden insgesamt 24 Rennen in diesem einzigartigen Hippodrom mit dem festen, feuchten Sand zwischen den Stränden Bajo de Guía und Las Piletas von Sanlúcar statt. Es ist ein immer wieder ein Erlebnis, wenn bei Sonnenuntergang hart am Wasser vor der Kulisse des Nationalparks Doñana rassige Vollblüter an der zigtausendfachen Menschenmenge vorbei galoppieren. 

Jedes Jahr sind die Pferderennen von Sanlúcar ein fester Termin auf dem Kalender von Einheimischen und Besuchern. Das Spektakel ist kostenlos, wenn man es vom Rande des Strandes aus verfolgt. Man kann es auch von einer Tribüne aus beobachten. Wo auch immer sie sind, an erster Stelle steht für die Zuschauer die Freude an edlen Pferden, fähigen Jockeys und schöner Natur. Für die Beteiligten winken außerdem Preise. 165.000 Euro dieses Jahr an Prämien, darunter der am höchsten dotierte „Ciudad-de-Sanlúcar-Preis“. 2006 gab es von La Caixa, Cepsa, dem Land Andalusien und der Stadt Sanlúcar vier große Preise.

Auf dem 20.000 m2 großen Areal am Ziel werden die Wetten abgeschlossen, hier ist der Paddock, und hier gibt es Unterhaltung für Kinder – Sandburgenbauen, Drachensteigenlassen und ähnliches. In der Gastronomie herrschen der langostino de Sanlúcar und der manzanilla, beide Galeonsprodukte der Region. Der erste Teil der Rennen fällt diesmal mit der Expoturf-Messe zusammen. Im Anschluss daran veranstaltet die Stadt diverse kulturelle Ereignisse, bis der zweite Teil beginnt.

Fotos: Manuel Vasco

Etwas Geschichte
Es heißt, dass Sonnengott Phöbus die Tradition mit den Pferden am Strand gründete und bei seinen Besuchen an der Küste von Sanlúcar gewöhnlich seine Feuerrösser vom Wagen abspannte und ihnen freien Lauf ließ. Einige Geschichtsschreiber schieben den Ursprung der Rennen jedoch auf die Praxis zurück, dass man früher Pferde zum einholen der Netzte einsetzte, was wieder andere zurückweisen, weil man dafür Arbeitspferde einsetzte und nicht die edlen Rennpferde von heute. Wie dem auch sei, seit 1845 finden die Rennen in der Form, die wir kennen, statt.
Mit der Zeit hat der überlieferte Wettstreit an Bedeutung gewonnen. Die besten Jockeys beteiligen sich daran. Das sind die „Professionals“. Dann gibt es noch die Kategorie „Gentlemen und Amazonen“ und die Kategorie exklusiv für „Gentlemen“, die für die Weltmeisterschaft zählt. Ein großer Teil der Erfolgsgeschichte der Rennen ist der Sociedad de Caballos de Sanlúcar de Barrameda zuzuschreiben. Der Verein kümmert sich seit 1981 um die Organisation und machte sie zu DEM regionalen Sport-, Tourismus- und Gesellschaftsereignis des Sommers.

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