Gazpacho und Co
Gazpacho ist der Oberbegriff für „Kalte Suppen“ und die meisten Menschen verbinden damit eine (kalte) Tomatensuppe, die spanienweit beinahe täglich auf den sommerlichen Tisch kommt und auf keiner Speisekarte fehlen darf – weder in der kleinen Strandbar, noch im Luxusrestaurant. Wen wundert es daher, wenn unzählige Rezepte existieren gleich, ob sie als Vorspeise oder leichtes Hauptgericht serviert oder mit Wasser verdünnt als Durstlöscher an heißen Tagen getrunken wird.
Die Wiege des Gazpacho stand in Andalusien, besser gesagt in Al-Andalus, wo es zwar noch keine Tomaten, aber Knoblauch und Mandeln gab und aus diesen Zutaten die Urform des heutigen Gazpacho entstand - der von Mauren und Juden gleichermaßen geschätzte „Ajo Blanco“, was übersetzt „weißer Knoblauch“ heißt und sich auf eine der Zutaten und die Farbe der Suppe bezieht – damals wie heute weiß.
Heutzutage gibt es daneben außer der bekannten „roten“ Gazpacho auch eine grüne Variante mit Avocados, Spinat oder jungen, zarten Dickebohnen. Traditionell wird Gazpacho im Mörser zubereitet, der heutzutage in vielen Haushalten aber von der praktischeren Küchenmaschine oder dem Pürierstab ersetzt wird.
Obwohl immer wieder neue Arten ausprobiert werden und auch ihre Liebhaber finden, unterscheidet man in Andalusien grundsätzlich drei Varianten des Gazpacho: Die über spaniens Grenzen hinaus bekannte mit Tomaten, Paprika und Gurken, den „Porra“, der aus Tomaten, Paprika und Ei zubereitet wird, den „Salmorejo“ mit Tomaten und Ei und den bereits erwähnten „Ajo Blanco“, den man traditionell mit Weintrauben serviert.
Alle Gazpachos, wie immer sie sich auch nennen mögen, haben jedoch eine Gemeinsamkeit: In sie hinein gehören immer Knoblauch, Essig und gutes Olivenöl. Und alle Gazpachos werden eiskalt serviert!
- Gazpacho Andaluz
- Zutaten für 6-8 Pers.
- Zubereitungszeit 45 Min.
- 1 kg reife Tomaten; 500 g Gurke; 125 g grüne Spitzpaprika
- 4 Knoblauchzehen; 250 g Brotkrume (Toastbrot/Weißbrot)
- 200 ml Olivenöl; 6 El Weinessig; Salz; Wasser
Tomaten häuten (an der Spitze kreuzweise einschneiden und mit kochendem Wasser überbrühen), Kerngehäuse aus dem Paprika entfernen, Gurken und Knoblauch schälen und alles kleinschneiden. Brotkrume in genügend Wasser einweichen, gut ausdrücken und über das Gemüse bröseln. Alles mit dem Pürierstab mixen – je nach Geschmack mehr oder weniger fein.
Mit dem Schneebesen Olivenöl und Essig unterrühren und Wasser zufügen. Mit Salz abschmecken und eiskalt servieren. Vor dem Servieren nochmal gut durchrühren!
Zur klassischen Gazpacho Andaluz werden je 100 g klein gewürfelte Paprika, Tomaten und Gurke, manchmal auch fein gehackte Zwiebel serviert, die einige Köchinnen auch bereits in die Suppe geben / mit pürieren. Und manche mögen dazu auch feingehackte Eier und / oder Krotons. Gewürzt wird Gazpacho manchmal auch mit etwas Kreuzkümmel und / oder Pfeffer.
Ob Sie „Ihre“ Gazpacho mit mehr oder weniger Wasser verdünnen wollen, richtet sich nach Ihrem eigenen Gusto und danach, ob Sie sie essen, oder als Erfrischungsgetränk genießen wollen!
Eine Trinkgazpacho wird übrigens sehr fein püriert und oft noch zusätzlich durch ein Sieb gefiltert. Sie wird im Sommer mit reichlich Wasser verdünnt in größeren Mengen zubereitet und steht dann für die ganze Familie immer griffbereit im Kühlschrank.
Varianten: Das Mischungsverhältnis der Zutaten kann selbstverständlich variieren, aber je höher der Tomatenanteil, desto „roter“ wird die Gazpacho. Intensität und Farbe richten sich im übrigen auch nach dem Reifegrad der Tomate – sie darf sogar gerne ein wenig „überreif“ sein. Richtige „Gazpacho-Tomaten“ sind auf dem Markt meist sogar wesentlich preiswerter als die“normale“ Frucht zu erstehen. Fragen Sie ihren Gemüsehändler ruhig danach!
Verdünnt wird Gazpacho manchmal statt mit Wasser auch mit Hühnerbrühe (lauwarm unterrühren) oder sie wird mit Yoghurt, Dickmilch oder Schmant angereichert. Dies alles gilt aber nur für die kalte Suppe, nicht für das Erfrischungsgetränk!