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16:23 Dienstag 2. Dezember 2008

“La Manzanilla” von J. M. Caballero Bonald

Bodega Pedro Romero stellt in Sanlúcar neues Buch vor

„Sanlúcar, cuerpo y alma“ (Körper und Seele), so nennt der bekannte Schriftsteller und Poet aus Jerez,.J. M. Caballero Bonald, sein neuestes Werk, das Buch „La Manzanilla“. Und wo Körper und Seele vereint sind, darf natürlich der Geist nicht fehlen, und der ist in Sanlúcar natürlich – wie könnte es anders sein - eben im Wein „Manzanilla“. Einzig und allein die Weine aus Sanlúcar de Barrameda dürfen sich mit diesem klangvollen Namen schmücken. Daher wurde das Buch auch stilgerecht präsentiert, in der Bodega Pedro Romero in Sanlucar.

Von Beatriz Hohler

Sanlucar bildet zusammen mit Jerez und Puerto de Santa Maria das sogenannte Sherry-Dreieck, einem kontrolliertem Anbaugebiet für die Weine aus der Gegend um Jerez, die in aller Welt „Sherry“ genannt werden, nur nicht im Land selbst. Denn Sherry ist nicht gleich Sherry. Meist kennt man weltweit nur drei Sorten: dry, medium und dulce. Die Spanier dagegen unterscheiden rund 10 verschiedene Arten viel genauer, und vergeben die Namen nach Farbe, Aroma, Reifeart und  -dauer, nach Alkoholgehalt usw. Was in Jerez der Fino, hellgelb, frisch, herb, mit maximal 15 ° Alkohol, ist in Sanlucar der Manzanilla. Der Herstellungsprozess nach der sogenannten solera und criadera Methode ist zwar gleich, die verwendeten Traubenarten auch, aber Sanlúcar hat eine Eigenart, die dem Manzanilla ihren Stempel aufdrückt: durch die Lage direkt an der Flussmündung des Guadalquivirs in das Meer, mit dem Naturpark Coto de  Doñana am gegenüberliegenden Ufer, trägt die stete Meeresbrise dazu bei, dass in den Bodegas, die alle zum Wasser hin ausgerichtet sind, das ganze Jahr über das Klima gleich bleibt. Das hat den Vorteil, dass die Hefeschicht (Flor), die den Wein in den Fässern bedeckt und damit die Oxidation verhindert, immer gleich stark bleibt ist, während sie in Jerez und Puerto de Santa Maria vor allem in der Hitze des Sommers dünner wird. Wer beim Genuss eines Sherry etwas wie eine sanfte Meeresbrise verspürt, darf sicher sein, in Wirklichkeit einen Manzanilla zu trinken.

Diesen feinen Unterschied nahm der Künstler J. M. Caballero Bonald zum Anlass, dem edlen Wein ein eigenes Büchlein zu widmen. Der mit der Goldmedaille des „Circulo de Bellas Artes“ ausgezeichnete Literat hat jahrzehntelang in seinen Werken gegen das Francoregime geschrieben und viel im Zeit im Ausland „im Exil“ verbracht. Marbella hat eine Stadtbibliothek nach ihm benannt, Sanlucar und Jerez jeweils eine Straße, und das Rathaus von Jerez widmete ihm eine eigene Stiftung: (http://www.fcbonald.com/ )

Heiter und beschwingt, wie nach dem Genuss des Manzanillas, beschreibt er in dem Büchlein kurz und bündig die Besonderheiten Sanlucars und seinem einzigartigen Wein.  Das Buch  lebt  vor allem  durch die heiteren Illustrationen von Roberto Sánchez Terreros.

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