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08:09 Sonntag 6. Juli 2008

Berühmte spanische Fiestas

Von Oktober an stellt das aktuelle spanienmagazin jeden Monat Fiestas de Interés Turistico Nacional vor: Feste mit Traditionen sowie kulinarischen Genüssen, die zum Feiern und Tanzen einladen.

Fiesta del Pilar, Zaragoza
Alle Jahre am 12. Oktober verwandelt sich die aragonesische Hauptstadt in einen Ort des Feierns und der Huldigung der Virgen del Pilar, die Schutzheilige der Pyrenäen-Region. In ganz Spanien wird mit Musik, Tanz, Theater, Umzügen und Blumen la Fiesta del Pilar gefeiert. Auch die Guardia Civil läuft zu Ehren der Virgen del Pilar auf.
Die Geschichte des Festes beginnt im Jahre 40, als der Apostel Santiago nach Spanien kam, um den Heiden das Wort Gottes zu verkünden. In der Nacht des 2. Januar erschien die Heilige Jungfrau und bat ihn, dort wo er stand, eine Kirche aus Marmorsäulen zu errichten. Die Heilige Jungfrau verschwand, aber die Säulen blieben und an diesem Ort baute Santiago die schöne Basílica del Pilar. Die Säule, Symbol für die Stabilität der Kirche und des Weges, der Himmel und Erde vereint, ist die Basis dieser wunderschönen Feierlichkeiten.
Das erste Mal wurde das Fest 1613 gefeiert. El Consejo de Zaragoza bestimmte, jedes Jahr den 12. Oktober zu feiern, was auch Nationalfeiertag sein sollte. Am Morgen des Festtages ist eine feierliche Messe. Tradition ist es, auf dem Plaza del Pilar der Heiligen Jungfrau Blumen darzubieten. Tausende in der Nationaltracht tragen Blumen zur Puerta del Pilar. Mit Gladiolen, Orchideen, Rosen, Lilien und allen Arten von Blumen schaffen die Leute ein farbenfrohes Spektakel. Umzüge, Musik, Theaterstücke und traditionelle Tänze füllen die Straßen. Ebenso Konzerte aller Stilrichtungen wie Folk, Jazz, Hardrock, aragonischer Poprock, Reggae, Rap, Ska. Nicht vergessen darf man den bei den Festen allgegenwärtigen Stier. Nachts wird auf dem Paseo de los Bearneses gefeiert – ein beeindruckendes Schauspiel mit Licht, Wasser und verschiedenen Klängen. 


Fiesta de la Exaltación del Marisco, O Grove (Pontevedra)
Vom 4. bis 14. Oktober feiert O Grove, eine Halbinsel in der galizischen Provinz Pontevedra, la Fiesta del Marisco –  das Fest der Meeresfrüchte. Miesmuscheln, Schwertmuscheln, Jakobsmuscheln, Austern, Garnelen, Krabben, Krebse, Hummer und Tintenfisch sind nur einige der rund 30 Delikatessen. Zwei Tage werden dem Steinbutt und der Miesmuschel gewidmet, den exquisitesten Produkten der Region: am 7. Oktober ist la Fiesta del Rodaballo und am 13. Oktober la Fiesta del Mejillón. Jedes Jahr gibt es zudem auf der Lonja de Contratación einen Wettbewerb um die besten Muschelgerichte.
1963 entstand die Idee, den Meeresfrüchten  ein Fest zu widmen. In den 80er Jahren wurde aus den bescheidenen Feierlichkeiten ein großes Spektakel. Mehr als 200 000 Besucher kamen in den sieben Festtagen in das Dorf mit gerade mal 11 000 Einwohnern – Gäste aus allen Teilen Spaniens, aber auch aus Deutschland, England, Belgien, Frankreich oder Italien. Vor allem die frischen Fische, Muscheln und Gambas locken die Gäste an. Neben den kulinarischen Genüssen bietet die Stadt aber auch jede Menge Unterhaltungsprogramm: Bei der Feria de Mar treten folkloristische galizisch-portugiesische Tänzer auf. Auf einer Ausstellung können Besucher lebende Meeresfrüchte bestaunen. Und bei Seminaren, die der galizischen Küche, insbesondere den Meeresfrüchten gewidmet sind, lernen sie, die einheimischen Köstlichkeiten auch bei sich zu Hause zu kredenzen.


Romeria de Nuestra Señora de Valme, Dos Hermanas (Sevilla)
Im Zentrum von Dos Hermanas befindet sich die Pfarrkirche Santa Maria Magdalena, im 18. Jahrhundert umgebaut und im 19. Jahrhundert restauriert. Im Innern der Kirche ist das Bild der Nuestra Señora de Valme, eine in der Stadt verehrte Jungfrau. La Virgen de Valme ist eine 68 Zentimeter hohe, bunte Holzstatue aus dem frühen Mittelalter. 1894 haben sie der Bildhauer Adolfo López und der Maler Virgilio Mattoni restauriert.  Zu Ehren dieser Jungfrau gibt es seit 1894 jedes Jahr am dritten Sonntag im Oktober eine große Wallfahrt – nach der von Rocio die bekannteste in ganz Spanien. Prachtwagen aller Klassen, herausgeputzte Pferde, Pilger in typischen andalusischen Trachten. In den frühen Morgenstunden tragen die Wallfahrer das Bild zur Cortijo de Cuarte und kehren bei Einbruch der Dunkelheit zurück.
Die Verehrung der Jungfrau geht auf die Reconquista von Sevilla zurück. König Fernando III vertraute sich einem kleinen Bild der Jungfrau, die er so verehrte, an und bat sie: „Helft mir, Señora (…) und ich widme ihnen zu Ehren die erste Fahne, wenn ich nach Sevilla einziehe.“ 16 Monate darauf, am 23. November 1248, kam San Fernando siegreich in die Stadt und löste sein Versprechen ein. Er baute in Cerro de Cuarto eine Kapelle, in der er das Bild der Jungfrau aufstellte und nannte sie in Erinnerung an sein Bittgebet „de Valme“. Regelmäßig wurde bei Krisen das Bild der Jungfrau nach Dos Hermanas getragen, wo es 1802 in der Pfarrkirche Santa María Magdalena blieb. 


Fiestas de San Froilán, Lugo (Lugo)

Die Feiern zu Ehren von San Froilán  (4. bis 12. Oktober) haben ihren Ursprung in der weltlichen und sakralen Ehrung eines bemerkenswerten Mönches, der zur Zeit König Alfonsos III. (866-910) Bischof von León wurde. Der fromme Mann wurde um 833 in Lugo geboren und soll gleichzeitig ein zurückgezogener Einsiedler und brillanter Redner gewesen sein. Nach der Überlieferung baute der spätere Schutzpatron von Lugo in den Bergen von León und im Esla-Tal eine Reihe klösterlicher Unterkünfte, die den christlichen Fürsten sehr nützlich waren, weil sie den Einheimischen bei den häufigen maurischen Überfällen Schutz boten. Als Bischof Froilán am 5. Oktober 905 starb, wurde er in der Kathedrale von León beigesetzt.
Neben seinem Todestag ist der Domingo das Mozas der wichtigste Tag der Fiestas de San Froilán. Er ist seit je der volkstümlichere Festtag, an dem die jungen Frauen ihre neuen Kleider zur Schau trugen. Heute ist er der Jugend und den Besuchern gewidmet. Die galizische Tracht, Folkloregruppen und die Erinnerung an Rosalía de Castro stehen im Mittelpunkt der Festlichkeiten. Aber auch sportliche Wettkämpfe, Musik von heute und besonders auf die Jugend zugeschnittene Shows sorgen am „Sonntag der jungen Mädchen“ für Besucherrekorde.


Moros y Cristianos zu Ehren der Virgen de las Injurias, Callosa de Ensarriá (Alicante)
Seit 1860 feiert die Bevölkerung in der zweiten Oktoberwoche das beliebte und tief in der Geschichte verwurzelte Fest „Moros y Cristianos“, das seit Mitte der 80er Jahre auch viele Touristen anzieht. Es wird zu Ehren der Virgen de las Injurias gefeiert.  Zwischen den eindrucksvollen Festakten finden die farbenprächtigen Umzüge „Entrada Mora“ und „Entrada Cristina“ statt, alte Tänze der „Pastoretes“, die die Jungfrau während der Prozession begleiten. Der Tanz „Nanos“ geht den Umzügen voran und zeigt den heidnischen Teil des Festes. 


Fiesta de la Rosa del Azafrán, Consuegra (Toledo)

Seit 1963 feiert man in Consuegra jedes Jahr in der letzten Oktoberwoche la Fiesta de la Rosa del Azafrán, je nachdem wann Ernte ist. Das Fest zeigt, wie in La Mancha Safran Gastronomie, Kunst, Geschichte und Traditionen bestimmt. Drei Gründe, warum wegen des Safrans ein so großes Fest gefeiert wird: 90 Prozent des spanischen Safrans wird in La Mancha produziert und ist dort ein Markenzeichen der Region. Seit der Antike gilt Safran als Luxusware. Er ist einer der weltbesten Produkte.
In seiner mehr als 40-jährigen Geschichte hat dieses landwirtschaftliche Fest ebenso touristische Züge angenommen. Auf dem Stadtplatz versammeln sich die berühmtesten lokalen Safranarbeiter von Castilla-La Mancha mit ihren Trachten und wetteifern, wer am schnellsten und geschicktesten die drei rötlichen Blüten des Safrans pflücken kann. Typische Tänze umrahmen das Spektakel.

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