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04:23 Montag 13. Oktober 2008

Zwei junge Spieler gewinnen beim Volvo Masters in Valderrama

Justin Rose mit der Siegtrophäe, Foto: Paul Lakatos (Volvo Event Management)
Justin Rose mit der Siegtrophäe, Foto: Paul Lakatos (Volvo Event Management)
Wie in vielen Jahren zuvor wurde die Entscheidung des letzten Turniers der Europäischen Tour wieder im Stechen zwischen den drei Spielern Soren Kjeldsen, Simon Dyson und Justin Rose entschieden, die nach vier Runden das Turnier mit -1 unter Par beendeten.

Für Justin Rose ging es aber um mehr als der Gewinn des Turniers, die Harry Vardon Trophäe war sein oberstes Ziel. Wer diese Trophäe gewinnt ist der Jahressieger der Europäischen Rangliste und erhält hierdurch viele Vorteile für die Saison 2008, unter anderem Einladungen zu allen großen Turnieren der Welt.
Mit engen Spielbahnen und schwierigen Windverhältnissen ist Valderrama selbst mit vier Schlägen Vorsprung bei noch einer ausstehenden Runde kein Garant auf einen Sieg für jeden Weltklasse Profispieler. Mit diesem sicheren Polster ging Justin Rose in die letzte Runde. Obwohl er diesen Vorsprung bis zur 10. Bahn auf 5 Schläge ausbauen konnte, kam der bittere Einbruch mit einem Double Bogey an der Bahn 11 und wieder ein Bogey auf Bahn 13. Der Bogey am letzten Loch zwang Justin Rose in ein Stechen mit den genannten zwei weiteren Spielern.

Erst nach dem Stechen an Loch 18 und 10 sicherte sich Rose seinen ersten Turniersieg in diesem Jahr und damit gleichzeitig den Gesamtsieg der Europäischen Geldrangliste.
Justin war als junger Golfer schon eine große Ausnahme. Mit nur 11 Jahren spielt er schon unter 70 Schlägen auf 18 Löcher, mit 14 schon ein +3 Handicap und mit 17 ist er für England schon im Walker Cup Team. 1997 wurde Justin dann Profi, nachdem er bei den Britisch Open in Royal Birkdale Vierter in der Gesamtwertung und als bester Amateur die Silbermedaille gewann. Die letzten 3 Jahre spielte Justin primär in Amerika. Trotz nur 12 Turnieren auf der Europäischen Tour konnte er die Geldrangliste mit einer Gesamtsumme von 2.944.945,- Euro als die Nummer 1 für sich entscheiden.
Der zweite große Gewinner der Europäischen Tour ist der deutsche Nachwuchsspieler Martin Kaymer. Schon 2006 spielt Martin eine sensationelle 59 auf der EPD Tour, erhält Zugang auf die Challenge Tour und nach nur 8 Turnieren wird er mit 2 Siegen in der Endabrechnung Vierter und konnte somit sofort im Jahr 2007 auf der Europäischen Tour spielen.

Mit 29 Starts erspielte sich Martin die 41-igste Endposition der Europäischen Rangliste, wird “Rooky of the year” und ist somit der beste Neueinsteiger auf der Europäischen Tour 2007 mit 754.691,- Euro als Gesamtpreisgeld für die harte Jahresarbeit. Zieht man einen Vergleich zum 4. Platz auf der Challenge Tour 2006 mit 93.321,- Euro, dann sieht man wie unterschiedlich die Belohnung in der höchsten Profispielklasse von Europa ausfällt. Mit einem sechsten Platz bei diesem Turnier erhält Martin 140.000,- Euro, mehr als für 8 erfolgreiche Turniere auf der Challenge Tour im Vorjahr.
Hier musste Martin sich allerdings schon mit Spielern der Weltklasse auseinander setzen, wie dem diesjährigen Britisch Open Champion Padraig Harrington, mit dem er gleich zweimal spielen musste. Die zweite Runde mit Padraig wurde Martins schlechtestes Ergebnis des Turniers, denn mit 78 Schlägen viel er nach guter Erstplatzierung weit im Gesamtfeld zurück. Unser deutscher Star brauchte nur eine Nacht um sich von diesem unglücklichen Ergebnis zu erholen. Am nächsten Tag gelang Martin die beste Runde des Turniers mit 66 Schlägen und er zeigte damit seinen Kollegen was in ihm steckt. Für ihn war Valderrama der beste und schwierigste Platz den er je gespielt hat und die 66 sei mit der 61 beim Portugal Masters vor zwei Wochen zu vergleichen, wo einfach die meisten Putts gleich ins Loch liefen.

Zur 4. Runde spielte Kaymer dann wieder mit Harrington, wobei beide Spieler zum Schluss mit 72 Schlägen schon das gleiche Ergebnis aufzeigten. Eines steht somit fest: wenn Martin weiterhin so schnell lernt und sich nur einen Platz hinter dem amtierenden Britisch Open Champion in der Endabrechnung des Turniers behaupten kann, dann liegt der erste Major Sieg für Kaymer nicht in weiter Ferne.

Zwei Deutsche Golfprofis in Valderrama

Wir gratulieren Martin Kaymer und Alexander Cejka zu ihren außergewöhnlichen Erfolgen in diesem Jahr. Martin hat sich in einer Saison bis jetzt auf den 41. Platz der Europäischen Tour hochgespielt und Alex, einst Gewinner der Volvo Masters 1995, ist letzte Woche der Erhalt seiner Spielberechtigung für die Amerikanische Tour gelungen, wo er seit mehreren Jahren erfolgreich spielt. Alexander Cejka erspielte nach unglücklichem Start den 14. Platz.
In unserer nächsten Ausgabe wird Dr. Volker Bernhardt “Dr. Golf” Ihnen die mentale Problematik des Golfspielens vorstellen und zur eigenen Abhilfe Lösungswege aufzeigen.

 

 Martin Kaymer im Gespräch mit Dr. Volker Bernhardt (“Dr. Golf”)

VB: Martin, Du hast Valderrama erst zwei Mal gespielt. Wie ist Dein Gefühl für das Turnier?

MK: Der Platz ist großartig gepflegt, aber nicht leicht zu spielen, vor allem wenn der Wind geht. Die Abschläge sind häufig windgeschützt und man fühlt den Wind nicht, der plötzlich durch die Schneisen weht.

VB: Auf was muss also der Spieler besonders achten?

MK: Wie die Flaggen der Grüns und die Bäume reagieren und wo man den Ball auf die Fairways platziert um den optimalen Weg in die schwierigen Grüns zu finden.

VB: Als Senkrechtstarter auf der Europäischen Tour, mit sensationellen Ergebnissen von 59 Schlägen und tiefen 60-iger Runden, gehörst Du eigentlich schon nach Amerika. Liegt die größte Tour der Welt schon in der Planung für das nächste Jahr?

MK: Alles ging so schnell, meine Erfolge, die vielen Reisen und jetzt schon hier unter die Top 60 Spieler der Europäischen Tour. Nach dem World-Cup, den ich mit Alex Cejka spiele, muss ich erst mal meine Gedanken sammeln und wieder neu planen. Werde wohl zunächst primär auf der Europäischen Tour spielen.

VB: Kennst Du Alex Cejka?

MK: Habe Alex gerade kennen gelernt und neun Löcher mit ihm gespielt. Komme gut mit ihm zurecht.

VB: Sicherlich kann Alex helfen Dir Amerika schmackhaft zu machen, dort wo das ganz große Geld zu verdienen ist und immerhin drei der vier größten Turniere der Welt gespielt werden. Viel Glück euch beiden hier in Valderrama und dann natürlich beim World-Cup, den ihr ja für Deutschland dieses Jahr verteidigen müsst.

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