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14:57 Dienstag 2. Dezember 2008

Stupa

über spanischen Dörfern

Mit einer Höhe von 33 Metern überragt der Tempel imposant die Umgebung – spanische Dörfer. Weiß strahlen seine gekalkten Wände und die goldene Kuppel leuchtet im Sonnenlicht. Nur die Straße nach Benalmádena, der Parkplatz und ein kleiner Souvenir-Shop finden sich in der Nähe der Stupa. Durch seinen einsamen Standort wirkt der Tempel noch majestätischer. Da ein Plateau das gesamte Gebäude umgibt, kann der Tempel von allen Seiten betrachtet werden. Und wer den Lehren der Buddhisten verbunden ist, sollte auf eine Umrundung des Tempels im Uhrzeigersinn nicht verzichten. Auch ein Wunsch ist erlaubt. Denn Buddhisten glauben, dass die in der Nähe einer Stupa geäusserten Wünsche in Erfüllung gehen.

Von Simone Hautke (Text) & Hans Seybold (Fotos)

Eine atemberaubende Aussicht hält den Besucher zunächst vom Betreten des Tempels ab. Von der Terrasse vor dem Eingang blickt er ungehindert auf das Meer und die Städte Benalmádena und Fuengirola. Spätestens jetzt stellt sich wieder die Frage: Wie kommt ein buddhistischer Tempel an die Costa del Sol? Ursprung ist eine tiefe Freundschaft zwischen dem buddhistischen Meister Lopon Tsechu Rinpoche und dem Bürgermeister von Benalmádena, Enrique Bolín. 1990 besuchte Rinpoche zum ersten Mal Spanien. Das Land und seine Bewohner gefielen ihm so gut, dass er in der Nähe von Velez-Malaga 1994 die erste Stupa erbaute. Sie diente in den folgenden Jahren als Vorbild für 16 weitere buddhistische Tempel, die der Meister aus dem Himalaja in ganz Europa errichtete. Die im Oktober 2003 erbaute Stupa von Benalmádena ist also weder das einzige noch das erste heilige buddhistische Gebäude in Europa. Trotzdem stellt sie etwas Besonderes dar: Den größten buddhistischen Tempel des Abendlandes.

Ausgestattet mit diesem Wissen, betritt der Besucher ehrfurchtsvoll den Innenraum des Tempels und gelangt zunächst in den Meditationsraum. Trotz weniger Fenster ist es hell im Inneren. Farbenfrohe Wandgemälde nepalesischer Künstler schmücken die Wände. Sie erzählen die Geschichte von Buddha Sakyamuni. Auf Tischen befinden sich viele kleinere Gegenstände mit symbolischem Wert. Ansonsten ist der Raum leer. Erst im unteren Saal des Tempels befindet sich eine Kunstausstellung zu Religion, Tradition und Kultur der Buddhisten im Himalaja. Für diese wird allerdings Eintritt verlangt.
Das Betreten des Tempels kostet dagegen nichts. Die Tür zum Meditationsraum steht jedem offen – Buddhisten und Nicht-Buddhisten. „Das Anliegen dieses Tempels ist es, den Menschen die tibetische und bhutanische Kultur, die im Abendland vollständig ignoriert wird, sowie deren Faszination näher zu bringen“, erklärt Margarita Lehnert-Kossowski von der Asociación Cultural Karma Kagyu de Benalmádena. Ihr Verband übernimmt zum einen das Management der Stupa. Zum anderen bietet er Kurse an, die das Verständnis für die buddhistische Lebensphilosophie verbessern sollen.
So verbreitet der Tempel nicht nur nach außen eine friedliche und beschützende Atmosphäre, er lädt auch jeden Interessierten zum Kennenlernen einer fremden Kultur ein. Damit ist die buddhistische Philosophie an der Costa del Sol immer gegenwärtig.



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