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08:03 Sonntag 6. Juli 2008

Das Honig museum bei Jerez

Ein herrlicher Ausflug in die Wunderwelt der Bienen

 Von Beatriz Hohler (Text) & Roland Beysel (Fotos)

Erlebnis der besonderen Art: wir schlüpfen in weite, grüne Hosen, ziehen weiße Oberteile mit Hut und Netz vor den Augen über, riesige Handschuhe, und große Teilnehmer bekommen sogar noch Gamaschen über Hosenbein und Schuhe: wir wären bestens gerüstet für eine Faschingsfeier, doch unser Ziel ist diesmal ein besonderer Ausflug in die Natur, mitten in den Wald, direkt in die Wunderwelt der Bienen mit ihren  Bienenstöcken.  Kaum wird ein Stock geöffnet, sind wir dankbar für unsere Imkermontur, denn zahllose Bienen umschwärmen uns. Gut geschützt können wir das Arbeitsleben der fleißigen Bienen hautnah erleben.

Honigbienen leben in einem straff organisiertem Staat. Pro Bienenvolk gibt es jeweils eine Königin.  Sie hält den Stamm zusammen, indem sie ihm einen bestimmten Duft verleiht. Zwischen Mai und August paart sie sich gleichzeitig mit mehreren Drohnen, den männlichen Bienen, und legt dann pro Tag ca. 2000 Eier. An den herausnehmbaren Wabenrahmen können wir beobachten, wie innerhalb weniger Minuten Bienen schlüpfen. Sofort beginnen sie mit ihrem arbeitsreichen Leben, putzen sich und ihr Wabenloch.

Jeder Bienenstamm hat im Sommer etwa 50.000 bis 70.000 Arbeitsbienen, die nach Alter genau abgestuft ihre verschiedenen Aufgaben erledigen. In den ersten 20 Lebenstagen geht es darum, innerhalb des Stockes die Wabenzellen zu putzen, die Brut zu pflegen und zu füttern, aber auch Pollen und Nektar von den Sammelbienen entgegenzunehmen. Zudem produzieren die Arbeitsbienen in dieser Zeit Wachs und bauen die Waben. Ein paar Tage lang bewachen sie den Eingang zum Bienenstock, bevor sie ab dem 20. Tag selbst ausfliegen.

Sammelbienen sind ein besonders fleißiges Volk. Pro Tag fliegt eine Biene bis zu 30 mal aus, und besucht dabei 200 bis 300 Blüten. Um einen Liter Nektar zu sammeln, der 300 g Honig ergibt, muss eine Arbeiterbiene 20 000 mal ausfliegen. Die fleißigen Bienchen sind aber nicht nur für den Honig, sondern auch für die Bestäubung zahlreicher Pflanzen wichtig. Damit rangiert die Honigbiene hinter Schwein und Rind auf dem 3. Platz der wichtigsten Nutztiere.
Das alles und noch viel mehr erfahren wir direkt im Wald, umgeben von einem Gewusel an Bienen, die sich auf die Anzüge und die Kamera setzen und alles genauso interessiert inspizieren wie wir ihre Behausung. Wir dürfen sogar die einzelnen Wabenrahmen herausnehmen und eingehend das emsige Treiben beobachten.

Als nächstes steht ein Film auf dem Programm, der nochmals eindrücklich die Arbeit der Honigbienen und die Herstellung von Honig erläutert. Wir dürfen auch gleich die verschiedenen Honigsorten probieren. Nach einer Kaffepause mit hausgemachtem Honiggebäck drehen wir sogar noch je eine Kerze aus Bienenwachs. Das süße Honigprogramm im Rancho Cortesano  dauert insgesamt 3 Stunden, ein besonders interessanter und kurzweiliger Ausflug, den wir gerne wiederholen werden, vor allem wenn wieder Besuch aus der Heimat ansteht, oder wenn die mitgenommenen Honigvorräte zur Neige gehen.

Vormittags schwärmen meist ganze Schulklassen in das Museum. Samstag ist Familientag mit Führungen. Man kann aber auch zu anderen Zeitpunkten mit einer Gruppe ab 12 Personen eine Führung buchen.
Gerade für die Leser von der Costa del Sol hat man uns in dem Familienbetrieb versprochen, statt um 10 Uhr auch gerne später mit einer Führung (9,- Euro) zu beginnen. Das Museum selbst ist täglich geöffnet, auch Sonntag Vormittag. Der Eintritt ist frei.

Anmeldungen:
Rancho Cortesano
Carretera Cortes-Cortillo, km 2 - Jerez
Tel: 956- 23 75 28
www.ranchocortesano.net
miel@ranchocortesano.net

 

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