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01:44 Samstag 11. Oktober 2008

Ökotourismus und Wissenschaft in einem Boot

Dort, wo sich Afrika und Europa am nächsten kommen, in der Straße von Gibraltar, halten sich je nach Nahrungslage, Migrations- und Reproduktionsperiode ständig oder zeitweise sieben Arten von Meeressäugern auf. Die Sichtung dieser faszinierenden Tiere ist ein Erlebnis, das das in Tarifa ansässige Unternehmen Turmares Tarifa S.L. jährlich 50.000 Menschen ermöglicht.

Drei Delfinarten – der gestreifte und der gemeine Delfin und der große Tümmler – und vier Walarten - Grindwal, Pott- und Finnwal und gelegentlich Orcas - sind das Ziel der Ausflüge. In Booten mit Platz für 150, 70 oder 10 Passagiere kreuzt man dort, wo erfahrene Seeleute die Tiere vermuten. Die Erfolgschancen einer Sichtung liegen bei 90%;  sollte es wider Erwarten damit einmal nicht klappen, garantiert man den Fahrgästen eine weitere Chance. Zwei Stunden dauert die Reise in die Welt der großen Meerestiere. In dieser Zeit genießen die Expeditionäre nicht nur den Nervenkitzel, in freier Natur hautnah an Delfine und Wale heranzukommen, sondern auch die eigenartige Atmosphäre dieser geografischen Lage zu spüren. Die Nähe enormer Schiffe, die pausenlos auf dieser maritimen Hauptverkehrsader unterwegs sind, ist gelinde gesagt imposant. Zur Tunfischfangzeit kann man die artenschutzgerechte, vom Aussterben bedrohte Almadraba-Fischerei beobachten, und selbst der Flug von Scharen von Zugvögeln auf ihrem Weg von einem Kontinent zum anderen ist ein Anblick, der sich nachhaltig in die Erinnerung einprägt. 

„Hautnah“ ist natürlich im übertragenen Sinn zu verstehen: Ausgenommen, die Tiere nähern sich den Booten aus freien Stücken, müssen diese zu Walen immer respektvollen Abstand von 100 Metern (bei Delfinen 60 m) halten. In einer Entfernung von 300 Metern muss langsam gefahren und auf keinen Fall eine Art Verfolgung aufgenommen werden. Der Aufenthalt in Kontaktgebieten beschränkt sich auf 20 bis 30 Minuten. Dass durch den Ökotourismus keine nachteiligen Auswirkungen auf das Verhalten der Tiere entstehen ist damit gewährleistet. Seit Dezember 2007gelten zusätzlich nach den USA auch in Europa diesbezügliche Normen. 

Die Ausflüge werden von Meeresbiologen begleitet, die die Fahrgäste fachkundig über alles, was sie sehen, informieren. Gleichzeitig arbeiten sie für die Wissenschaft, indem sie Daten für statistische Zwecke und akademische Publikationen sammeln. Sie identifizieren viele der gesichteten Individuen anhand von Einkerbungen und Narben an Rücken- und Seitenflossen und registrieren ihre Anwesenheit zur internationalen Verwendung in Karteien, die die Studie über das Verhalten ganzer Tierfamilien auswerten. Spezielle Sonartechnik dient der Aufzeichnung ungefährer Größe von Tieren tief unter Wasser, und selbst an Land werden von den Turmares-Biologen gestrandete Tiere studiert.
Denn Turmares Tarifa S.L. arbeitet eng mit Universitäten, biologischen Instituten und Stiftungen, ökologischen Kollektiven und umweltbewussten NROs sowie wissenschaftlichen Medien zusammen. Die privilegierte Position der Firma in andauerndem, direktem Kontakt mit den von ihr beobachteten Meeresbewohnern ermöglicht Studien, die sich in wissenschaftlichen Publikationen und auf Kongressen der ganzen Welt wieder finden. Sie haben großen Wert in Verbindung mit Artenschutz. Auf mittlerer Ebene haben die Ausflüge vor allem didaktischen Charakter, werden mehrsprachig und generationsspezifisch angeboten und richten sich auch an Schulen, Universitäten und andere Interessengruppen mit ein und demselben Anliegen: die Natur in dieser Dimension kennen zu lernen, zu respektieren und zu schützen.

Kontakt:
www.turmares.com

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