Wenn die Semana Santa in den April fällt, spielt das Osterfest mit seinen vielen Karwochenfeiern von besonderem Interesse für den nationalen Tourismus in diesem Monat die Hauptrolle. Dieses Jahr ist das jedoch nicht der Fall, so dass der April hauptsächlich der Monat der Frühlingsfeste ist. Besonders in Andalusien steht April für Feria de Abril und denkt dabei an Mairena del Alcor in der Provinz Sevilla.
In der Stadt Sevilla beginnt zwar auch im April die Feria aller Ferias, heißt aber Feria de Sevilla.
Feria de Sevilla.
Die Geschichtschreiber der Ferias verzeichnen, wie sich bis zum Erscheinen der Feria de Sevilla alle Ferias vom Typ Markt, dabei hauptsächlich Viehmarkt, waren und alle anderen Komponenten höchstens eine Nebenrolle spielten. In Mairena entwickelte man zwischen 1750 und 1850 das Modell Feria & Fiesta. Ein Historiker beschreibt, wie Mitte des 19. Jahrhunderts zur Feria de Abril am 25., 26. und 27. April im Dorf Mairena del Alcor Viehhändler aus allen Provinzen Spaniens zusammen kamen, um sich mit Pferden, Nutztieren und Arbeitsgerät zu versorgen. Er nennt eine Anzahl von 54.000 Tieren. Auf einem großen freien Platz wurden Hunderte von Schlafzelten aufgebaut, wurden Getränke und Speisen angeboten, und Händler jeder Art bauten dazwischen ihre Stände auf. Organisiert und überwacht wurde das ganze vom Rathaus – und vom Finanzamt. Das Heer stellte eine Gruppe von 20 bis 30 Mann ab als Ordnungshüter. Zu den drei offiziellen Markttagen gesellte sich mit den Jahren je ein Tag der reinen Fiesta, einer davor und einer danach. Der Erfolg der Idee war unwerfend. Viele Tagesbesucher kamen nun auch aus der Hauptstadt Sevilla. Puppenspieler, Clowns und Artisten unterhielten das Publikum vorzüglich.
In Sevilla entstand als erstes Gegenstück an Unterhaltung parallel zum Jahresmarkt eine große Pferdeschau mit ausschließlich festivem Charakter. 1846 stellten ein Don Narciso Bonaplata und Don José María de Ybarra den Antrag, eine ordentliche Feier-Feria organisieren zu dürfen. Die Pferdeschau wurde integriert, hinzu kamen Musik und Tanz als zentrale Elemente. Glückspiele jeder Art, zwar verboten, waren ebenfalls äußerst beliebte Feriaaktivitäten. Die weltberühmte Feria de Sevilla war erfunden. Heute ist sie eine Siebentage-Markofiesta der Sevillanos, ein Super-Jahrmarkt, ein Gemisch aus Folklore, Lebenslust und Kultur. Über Tausend Zelte der alten Familien, der Zünfte, der Parteien, der Clubs und mehr als 400 Kirmes-Attraktionen geben ein Bild von ihren Ausmaßen. Sie beginnt montags mit dem traditionellen „pescaíto“-Essen und um Mitternacht mit dem feierlichen Anknipsen von Hunderttausenden von Leuchtbirnen auf dem Festplatz. Das Leben der Stadt zieht für eine Woche hierher um, hier trifft man sich, zeigt sich tagsüber zu Pferd und promeniert auf und ab in kostbaren Trachten. Nachts geht es weiter mit pausenlosem Sevillanatanzen. Dem Besucher sei geraten, in Gesellschaft eines Eingeborenen einfach kräftig mitzufeiern, sonst kommt er sich leicht verloren vor. Das rechte Maß an Fino wird ihm dabei helfen.
Die Bando de la Huerta,
das „Mandat des Ackers“, ist die Fiesta von Murcia schlechthin. In Murcia spielt la huerta, ein Stück Acker, das besonders viel Wasser braucht, die Hauptrolle. Die Fiesta im Namen des Ackers beginnt am ersten Dienstag nach der Karwoche. Auf allen Plätzen und Anlagen werden die berühmten „barracas“ aufgestellt, in denen die traditionelle Gastronomie die landwirtschaftlichen Erzeugnisse anbietet. Volkstümliche Tänze und Weisen erinnern an alte Bräuche, die von zahlreichen Bruderschaften gepflegt werden. Seit Beginn des 19.Jahrhunderts gibt es diese kulinarischen Zusammenkünfte von Städtern und Dörflern. Es begann mit dem Brauch der Bauern, die mit ihren Bürgermeistern voran mit Pferd und Wagen in Murcia einzogen um auf sich und ihre Erzeugnisse aufmerksam zu machen. Sie boten ihre Ware direkt von den Karren feil. Mit der Zeit bürgerte sich dieser Brauch ein und schuf eine enge Verbindung zwischen Landbevölkerung und Städtern, festlich begangen am Tag des „Bando“, einer Explosion von Farbe und Freude. Die in regionale Tracht gekleidete Bevölkerung beteiligt sich rege an den traditionellen Umzügen und finden sich in den “barracas“ ein um zu feiern, was das Zeug hält.
Romería de Nuestra Señora de la Cabeza 
Vom 23. bis 26. April findet in Andújar (Jaén) die Romería de Nuestra Señora de la Cabeza statt. Es ist die älteste Wallfahrt Spaniens. Tausende von Pilger machen sich jedes Jahr auf den Weg zur Einsiedelei der Jungfrau de la Cabeza im Naturpark Sierra de Andújar. Hierbei handelt es sich um eine kleine bräunliche Maria-und-Kind-Holzfigur aus dem Jahr 1944, die im Volksmund La Morenta genannt wird. 64 Bruderschaften begleiten die feierliche Prozession durch Andújar, wobei der Thron mit der Heiligenfigur über und über mit Rosenblättern bestreut wird.
Fiestas de Moros y Cristianos
Die für Spanien typischen Feiern an das Gedenken der Mauren-Bezwingung, die Fiestas de Moros y Cristianos, werden in Alcoy und in Banyeres de Mariola, beides Alicante, für Besucher besonders attraktiv gefeiert. Der Heilige Georg ist stets dabei. An seinem Namenstag, dem 23. April 1276, stand er den Christen von Alcoy bei, den Maurenaufstand unter Al-Azraq (das bedeutet Der Blauäugige) niederzuschlagen. Seitdem feiern die Alcoyanos diverse religiöse und volkstümliche Feste zu Ehren ihres Retters. In Banyeres de Mariola geht es mit Musik, Tanz, Umzügen und Messen am 24. und 25. April weiter.
Fiesta del Olivo
Am letzten Wochenende im April findet in Mora (Toledo) die Fiesta del Olivo statt. Ursprünglich handelte es sich um eine Feier der Olivenpflücker zum Ernteabschluss. Zu den Festakten gehört die Wahl einer Königin und ihrer Hofdamen, Wettbewerbe wie der der Plakatmaler, der Wagenschmücker, ein nationaler Poesiewettstreit, ein weiterer literarischer Natur und einer der plastischen Kunst. Natürlich geht es auch um die Olivenkultur, die besten Öle, die geschicktesten Traktorfahrer und die besten Baumbeschneider werden preisgekrönt.